STREETS OF BERLIN schaut der Straße ins Gesicht.

Ich möchte euch gerne ein Projekt vorstellen, welches mir sehr an Herzen liegt und mich unglaublich beeindruckt und inspiriert. Mein lieber Freund Omid Mirnour hat es ins Leben gerufen. STREETS OF BERLIN nennt es sich und es beschäftigt sich mit den Straßen Berlins, genauer genommen mit ihren Bewohnern, den Obdachlosen. Jetzt ist das Thema ja hochaktuell, aber schon in wenigen Wochen, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, vergessen wir sie gerne.

Aber sie sind genauso wie in der kalten Jahreszeit da und kämpfen mit den Problemen der Straße und ums Überleben. Selbst sagt Omid über sein Projekt „Es beschäftigt sich mit den ungehörten Stimmen der Straße. Mit den Menschen die nie eine Chance haben ihre Geschichte zu erzählen.“

Er trifft sich einmal die Woche mit den Obdachlosen, um sie zu filmen und zu interviewen. Darunter sind Schulabbrecher die Zuhause geschlagen wurden, Drogenabhängige, Stricherjungen, Prostituierte aber auch Akademiker aus guten Elternhäusern.  „Was mir die Drehs immer wieder zeigen, ist dass es jeden von uns passieren kann. Eine falsche Entscheidung und du sitzt auf der Straße, dass vergessen wir nur leider zu oft.“

Es geht ihm nicht darum nur das Elend zu zeigen, sondern den Menschen eine Plattform zu geben, wo sie ihre ganz eigene Geschichte erzählen können. Das Ergebnis ist bei YOUTUBE für jeden zugänglich. „Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen beim Dreh gemacht“ sagt er. „Ganz im Gegenteil, die Menschen freuen sich wenn jemand ihnen zuhört und sich für sie interessiert „.

STREETS OF BERLIN schaut der Straße ins Gesicht.

Auf die Idee für das Projekt kam er, als er vor 2 Jahren von Aachen nach Berlin zog, um sein Studium zu beginnen. „Es gab zwar auch in Aachen Obdachlose und Armut, aber nicht so viel wie in Berlin“. Omid wollte nicht mehr tatenlos zuschauen, er wollte etwas verändern. „Armut und soziale Ungleichheit sind wichtige Themen, auf welche ich aufmerksam machen möchte. Mein Motto ist: Schau der Straße ins Gesicht!“

Für ihn war klar, sein Hobby, die Filmerei dafür zu nutzen. Gesagt getan. 2013 wurden die ersten Videos online gestellt und seither ist eine Reihe entstanden.

Ob er dafür Geld bekommt? „Nein, obwohl es theoretisch sehr viele Möglichkeit gebe sich von diversen Firmen sponsern zu lassen die ihr Image aufpolieren wollen, aber was wäre ich für ein Mensch, wenn ich mit dem Thema Armut Geld verdienen würde. Das wäre einfach falsch.“

Unterstützung findet er bei verschiedenen Vereinen, mit denen er Zusammenarbeite und natürlich von den Obdachlosen.  „Ich hoffe dass die Filme den Blick auf Obdachlose verändert, schließlich sind das Menschen wie du und ich. Es reicht schon sie wahrnehmen. Ich beobachte das oft, wenn zum Beispiel der Motzverkäufer in der Bahn ist. Für die meisten ist er wie Luft. Dabei behandeln wir „normale“ Verkäufer doch auch nicht so.“

In Zukunft will Omid seinen Fokus erweitern. „Ich würde gern noch mehr auf die Phänomene Armut wie auch soziale Ungerechtigkeit im generellen eingehen. Besonders wichtig ist mir die Kinderarmut. Kinder leiden meistens am meisten darunter. Besonders schlimm daran ist, dass sie am wenigstens dafür können. Daher will ich nicht mehr nur filmen, sondern die Kinder aktiv unterstützen.“

Das Problem dabei heißt Zeit. „An Zeit mangelt es mir leider, schließlich muss ich nebenbei noch arbeiten und studieren. Es wäre toll Gleichgesinnte zu finden die mich unterstützen könnten, besonders beim Schneiden der Videos bräuchte ich Hilfe.“

Wenn ihr mehr über weitere Projekte und Vorhaben von Omid Mirnour erfahren wollt, meldet euch doch einfach bei ihm, ich bin mir sicher, gemeinsam können wir etwas bewegen!

STREETS OF BERLIN schaut der Straße ins Gesicht.