Naturgewalt

Seit geraumer Zeit stehen auf bewusst gewählten Speiseplänen diverse Superfoods, die sich als wahre Allround-Talente erweisen sollen. Goji-Beeren, Chia Samen und so weiter lächeln uns inzwischen in jedem Supermark entgegen. Dann gibt es da allerdings auch noch Produkte, die man vielleicht gar nicht so sehr als energiereiche Power-Lieferanten auf dem Schirm hatte! Das wollten in den frühen 2000ern nicht nur Stefan Raab und Shaggy ändern (wenn auch der Ansatz dahinter sicher ein anderer war haha), auch Charlotte und Thomas von NATURGEWALT klemmen sich heute voll dahinter. Denn die beiden sind gerade dabei ihr Baby namens NATURGEWALT Superfoods aufzuziehen und setzen dafür voll auf den Rohstoff Hanf. Die ganze Geschichte ist super frisch und befindet sich gerade erst im Aufbau, aber wir wollten für euch jetzt schon einmal hinter die Kulissen schauen, um einen Eindruck geben zu können was bald so im Hause NATURGEWALT passiert!

Naturgewalt

Lisa: „Liebe Charlotte, euer Start-Up NATURGEWALT Superfoods steht gerade in den Startlöchern. Wie fühlt sich das an?“

Charlotte: „Genau genommen, sind wir, mein Freund Thomas und ich, gerade erst dabei, alles in die Wege zu leiten. Und das ist aufregend, aufwühlend und spannend zugleich. Wo fängt man an, was sind die ersten Schritte und kommt unser Produkt gut an? Fragen über Fragen, die man nur auf einem Weg herausfinden kann: Einfach machen. Deswegen haben wir uns entschlossen, auf Facebook schon mal an den Start zu gehen, zu erzählen, was wir machen und die Resonanz zu testen.“

NAtur Food Hamburg Hanf

Lisa: “ Was ist das Konzept dahinter? Was genau bietet NATURGEWALT an?“

Charlotte: „Wir spezialisieren uns auf Hanf-Lebensmittel. Das mag im ersten Moment für viele überraschend klingen – Hanf wird in der öffentlichen Wahrnehmung von vielen immer noch mit der Droge in Verbindung gebracht – aber in der Kulturpflanze Hanf, also dem THC-armen, entfernten Verwandten von Marijuana, stecken so viele Nährstoffe, dass man sie getrost zu den Superfoods zählen kann. Dabei kommt ein klarer Vorteil zum Tragen: Hanf wächst auch in unseren Breitengraden und muss nicht wie Chia Samen, Goji- oder Acaí-Beeren um den halben Globus zu uns geschifft werden. Aber Hanf ist nicht nur ein heimisches Superfood, Hanf ist eben so eine grandiose pflanzliche Proteinquelle, besonders interessant für Veganer, Vegetarier und Sportler im Allgemeinen. Hanfsamen sind zum Beispiel im Vergleich zu Soja- und Milch-haltigen Sportfoods wie Proteinshakes, außerdem deutlich bekömmlicher. Dazu kommt das optimale Verhältnis von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, wie es sonst nur in Fisch vorkommt und die Tatsache, dass Hanf während des Anbaus keinerlei Chemikalien erfordert: Keine Pestizide, keine Herbizide, keine künstlichen Dünger, nix.“

NATURGEWALT Superfoods startet durch & wir haben das erste Interview für euch!

Lisa: „Ihr sagt bei euch kommen nur die besten Hanfprodukte in die Tüte. Welche Lebensmittel verkauft ihr denn?“

Charlotte: „Für die erste Zeit legen wir den Fokus auf die Produkte, die wir selbst seit einiger Zeit sehr begeistert konsumieren. Das sind: geschälte Hanfsamen und Hanfproteinpulver. Beides wird in zwei verschiedenen Größen in EU-Bio-Qualität bei uns erhältlich sein. Teilweise sogar aus Norddeutschland. Wir arbeiten direkt mit einem der größten Hanf-Landwirte und dem wichtigsten Großhändler Deutschlands zusammen – in puncto Produkt-Qualität, Anspruch und auch auf menschlicher Ebene passen die beiden super zu uns. Und für die Zukunft haben wir noch ein paar weitere Produktideen, auf deren Umsetzung wir (und unsere Gaumen und Muskeln) uns schon sehr freuen.“

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Açai-Bowl mit Hanfsamen-Topping

Lisa: „Was macht Hanf zu einem für euch so besonderen Rohstoff?“

Charlotte: „Lebensmittelhanf ist eine geniale Pflanze, die aufgrund der Jahrzehnte währenden Gleichsetzung mit der Marihuana-Gattung – auch auf Ebene der Wirtschaftspolitik – ein unberechtigtes Schattendasein führt, obwohl sie einen so großen Nutzen stiften kann. Die Drogenassoziation muss weg, weil sie schlichtweg falsch ist. Hanf ist ein besonderer Rohstoff, weil er in allen Phasen des Produktlebenszyklus von Natur aus nachhaltig ist. Hanf wächst und gedeiht praktisch überall, auch ohne gespritzt zu werden, die Pflanze verträgt sogar die norddeutschen Temperaturen und ist deswegen eine besonders pflegeleichte Wahl für hiesige Landwirte. Außerdem ist sie sehr schonend für die Böden, wertet diese sogar wieder auf im Vergleich zu Mais, Raps und Weizen, die unsere Böden auslaugen und viel Chemie erfordern. Außerdem können Bauern von der Hanfkultivierung vernünftig leben, was ja für viele Bereiche der Agrarwirtschaft schon lange nicht mehr gilt. Und am anderen Ende der Wertschöpfungskette – nämlich beim Konsumenten – stiftet Hanf aufgrund seines Geschmacks und seines extrem hohen Nährwerts viel Freude und gesundheitlichen Nutzen. Genial.“

Charlotte:

Aus diesen Samen werden die Hanfsamen gewonnen

Lisa: „Da ihr den Beinamen Superfoods gewählt habt, schätze ich, dass Hanf auch in Sachen Gesundheit einiges mehr auf dem Kasten hat, als ich dachte. Wie wirken sich die Produkte auf das Wohlbefinden aus?“

Charlotte: „Hanf ist einerseits eine tolle Proteinquelle, besonders für Veganer und Vegetarier, aber auch für Omnis aka. Flexitarier, die ihren Fleischkonsum einschränken oder sich bewusster ernähren möchten. Unser Hanfproteinpulver hat einen Proteingehalt von 50 Prozent! Andererseits kommen die Produkte komplett ohne künstliche Zusatzstoffe aus – Natur pur also. Aber das ist nicht alles: Das enthaltene Vitamin E wirkt sich positiv auf Haut und Haar aus, Ballaststoffe fördern die Verdauung und die enthaltenen Aminosäuren decken auch den Bedarf ab, den der Körper nicht selbst produzieren kann, aber essentieller Teil unserer Gesundheit sind. Hinzu kommen verschiedene Spurenelemente: Zink, Eisen, Magnesium, Calcium und Phosphor. Diese Zusammensetzung sorgt dafür, dass langfristig Giftstoffe aus dem Körper ausgespült werden und die Fettverbrennung angeregt wird. Wer Hanf isst, spürt relativ schnell tolle Effekte bei seiner Muskelregeneration, der Verbesserung des Hautbildes oder Verdauungsproblemen. Um nur einige zu nennen.“

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Lisa: „Wenn ich mich nun entschieden habe bei euch zu bestellen, wie läuft das dann ab?“

Charlotte: „Du erwischst uns ja wie gesagt in einer sehr frühen Phase, weshalb wir in diesem Moment (Oktober 2015) noch gar nicht zum Verkauf verfügbar sind, egal wo. Außer Family & Friends, die unsere erste Charge bereits testen. Warum? Weil wir unsere Produkte ja auch erstmal in professioneller Form erschaffen müssen. Sprich, zwischen heute und der ersten verkauften Dose Hanfsamen auf Amazon oder in unserem Online Store liegen noch einige Aufgaben im Bereich Verpackung, Abfüllung, Bio-Zertifizierung und viele zu erfüllende Regularien, die im Lebensmittelbereich gelten. Da sind wir aber mit Vollgas dran und inzwischen steht fest, dass wir ab Januar verkaufen werden. Interessierte können sich gerne in unseren Spam-freien Newsletter eintragen, der Bescheid gibt, sobald wir am Start sind. Und gerne auf Facebook verfolgen, was wir treiben und wie es voran geht. Da werden wir auch vorher den ein oder anderen interessanten Inhalt posten.“

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Hier wird gerade frisch Hanf geerntet

Lisa: „Gibt es von eurer Seite aus Tipps, welche Produkte ich im Alltag womit kombinieren kann?“

Charlotte: „Oh ja, die Möglichkeiten sind wirklich vielseitig! Die Hanfsamen mischen wir nach Lust und Laune wirklich überall rein – ihr Geschmack ist ganz dezent, leicht nussig und ihre Konsistenz weich. Also so, dass man zwar was Zartes zu kauen hat, aber danach nicht gleich Kiefermuskelkater bekommt. Daher eignen sie sich super, um sie morgens ins Müsli zu streuen, mittags auf den Salat oder abends in die Suppe zu geben. Wir sind selbst überrascht, was sich unsere Freunde, die vorab schonmal testen dürfen, alles einfallen lassen – jetzt wissen wir zum Beispiel: Mit Frischkäse und Feigen machen sie sich auf dem Brot genauso auch sehr gut. Das Proteinpulver ist durch den Verzicht auf Zusatzstoffe im Geschmack schon etwas nussiger. Deswegen bietet es sich an, es morgens direkt in einen frischen Smoothie zu geben. Wir mögens gerne fruchtig und mischen Bananen mit Beeren, geben Datteln und Bourbon-Vanille dazu und der Energiekick am Morgen ist perfekt. Wer Wert legt auf die Proteinversorgung nach dem Sport, kann sich das Pulver auch mit Hafermilch als Shake anmischen. Unsere Freunde und CrossFit-Sportler sind große Fans davon. Aber genauso wie wir uns in Zukunft noch durch viele Zusammenstellungen testen werden, werden es bestimmt auch unsere Kunden tun und wir freuen uns schon auf die Vielfalt an Rezepten, die dabei entsteht.“

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Sieht das lecker aus: Açai-Bowl mit Hanfsamentopping

Lisa: „Ihr legt Wert auf biologischen Anbau und hohe Qualität. Denkst ihr wir leben und vor allem essen zu unbewusst?“

Charlotte: „Man könnte meinen, vielen ist einfach nicht bewusst, dass unsere Ressourcen auf der Erde begrenzt sind und wir nicht einfach immer so weiter machen können, wie wir es gerade tun. Der Klimawandel entsteht durch aktives menschliches Zutun und ist hausgemacht. Man muss kein Hardcore-Öko mehr sein, um diese Wahrheit anzuerkennen. Mit unseren Produkten und dem Fokus auf Nachhaltigkeit können wir unseren kleinen Teil dazubeitragen, mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. Wir möchten ohne schlechtes Gewissen erklären können, wo die Lebensmittel herkommen und was drinne steckt. Und wir wollen in Form unserer Produkte beweisen, dass man weiterhin Genuss, vollumfängliche Nährstoffversorgung und verantwortungsvollen Konsum ohne jeglichen Verzicht unter einen Hut bekommen kann.“

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Lisa: „Es ist auch noch längst nicht alles Bio, wo Bio draufsteht. Welche Unterschiede gibt es bei den Gütesiegeln und wo kauft man wirklich Qualität ein?“

Charlotte: „Richtig! Und ehrlich gesagt, durch den Dschungel der Bio-Marken durchzublicken ist fast unmöglich. Die größte Unterscheidung kann man aber zwischen hauseigenen Siegeln, wie es oft bei Supermärkten der Fall ist, und staatlichen Siegeln oder denen von Anbau-Verbänden, wie zum Beispiel Demeter oder Bioland machen. Letztere sind meistens die, mit höheren Standards und transparenter Kommunikation. Wie viel Bio in Bio wirklich stecken muss, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Wir persönlich gehen am Liebsten bei Alnatura oder Denn’s einkaufen, einerseits schmecken Obst und Gemüse einfach besser – andererseits können ehrliche Betriebe auch nur auf diese Art unterstützt werden.“

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Lisa: „Wie seht ihr denn die Entwicklung bezüglich bewussten Konsums in Deutschland? DM zum Beispiel hat mit Alverde ja einen beachtlichen Stock an Bio-Produkten aufgestellt, schmeißt nun aber einiges wieder aus dem Sortiment zugunsten von veganen Lebensmitteln. Das klingt doch sehr nach Trend Embedding und Opportunismus, oder?“

Charlotte: „Allgemein nehmen wir wahr, dass ein Umdenken stattfindet. Zumindest Online, auf Blogs und in immer mehr Supermärkten. Smoothies, Clean Eating und Nachhaltigkeit sind immer geläufigere Begriffe. Es stimmt, dass DM mit Alnatura einiges an Bio-Lebensmitteln rausgeschmissen hat, aber nur, um die Regale dann wieder mit dem gleichen Sortiment von Produkten der eigenen Bio-Hausmarke auszufüllen.

Ob das ein geschickter Schachzug war ist schwer zu sagen, aber offenbar scheint sich das für DM finanziell zu lohnen. Da DM aber schon immer eine nachhaltige firmenphilosophie pflegte, war es aber vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, bis die eigene Bio-Marke kommt. Entscheidend ist letztendlich, wie ernst eine Firma es mit Bio meint. Schwimmt sie auf der Trendwelle mit und riecht nur das schnelle Geld? Oder sind die Ansätze der Firma auch über die Verkaufszahlen hinaus nachhaltig gedacht? Es ist sicherlich gesund, dem ganzen mit einer gewissen Skepsis gegenüber zu stehen und Dinge zu hinterfragen. A propos vegan und Trend embedding: Immer mehr Fleischhersteller bieten inzwischen auch vegetarische Wurstaufschnitte an und wollen damit den Menschen entgegenkommen, die aufgrund der Herstellungsverfahren auf Fleischprodukte verzichten. Dass das Produkt trotzdem noch aus derselben Fabrik kommt, in der weiterhin echte Wurst produziert wird, rückt dann in den Hintergrund. Ebenso die Tatsache das für die Veggie-Variante auf Eiklar zurückgegriffen wird und somit weiterhin Tiere leiden. Denn dass durch die Massenproduktion von Eiern täglich tausende männliche Küken geschreddert werden ist leider wahr. In diesem Fall geht’s für uns ganz klar um Trend Embedding.“

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Lisa: „Was sind denn eure Ziele, was wollt ihr mit NATURGEWALT erreichen?“

Charlotte: „Unser langfristiges Ziel ist es ein Lebensmittelunternehmen aufzubauen, dass unter fairen Bedingungen produziert und transparent in der Kommunikation ist, sei es hinsichtlich der Herstellungsbedingungen oder der Inhaltsstoffe. Wir wollen gesunde Ernährung sexy machen und haben schon einige spannende Ideen, was sich noch so aus Hanf machen lässt. Und wer weiß, vielleicht schauen wir auch mal über unseren eigenen Tellerrand und gucken, welche Superfoods unsere Heimat noch so hergibt.“

Lisa: „Und eine Frage zum Schluss, die den Leser vielleicht kulinarisch ein wenig inspiriert: Wie sieht denn für euch ein perfektes Frühstück aus?“

Charlotte: „Gerade jetzt, wo es wieder kalt wird, esse ich morgens wirklich gerne warm. Am liebsten mache ich mir dann Porridge oder wie es auf deutsch so schön heißt: Haferbrei. Dafür gebe ich Haferflocken in einen kleinen Topf und gebe so viel Hafermilch rein, dass die Flocken bedeckt sind, lasse sie kurz aufkochen und dann aufquellen. Währenddessen gebe ich einen TL Kokosöl, einen Schuß Agavendicksaft und eine Prise Zimt dazu. Danach kommt rauf, was der Kühlschrank gerade so hergibt: Äpfel, Bananen, ein Teelöffel Chia Samen, frische Beeren, getrocknete Gojibeeren und natürlich Hanfsamen. Außerdem gibt’s jeden Morgen einen Smoothie, aber dazu verrät Thomas euch mehr.“

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Ihr seht: Pürierte Linsensuppe, getoppt mit Hanfsamen und dazu ein Salat mit Hanfsamen

Thomas: „Ich bin ein Crunch-Müsli-Süchtiger. Mein alltägliches Müsli sieht wie folgt aus, sortiert nach Mengenanteil: Hafermilch, Dinkel-Knusper-Crunchies, feine Haferflocken, 4 gehäufte EL geschälte Hanfsamen, jeweils 5-8 Cashew-Nüsse und Walnüsse von Hand zerbröckelt, 2 EL Leinsamen, 2 EL Gojibeeren, 1 EL Chia-Samen, 1 TL Acai-Pulver und ein Schuss Agavendicksaft. Fertig. Massenhaft Kohlenhydrate und Proteine für einen körperlich und geistig sportlichen Tag. Dazu trinke ich einen großen Smoothie mit vielen frischen Früchten, 1EL Hanf-Speiseöl und einem gehäuften EL Hanfproteinpulver je Glas. Prost!“

Wie anfangs bereits erwähnt, steht Hanf sicherlich noch nicht auf jedem Speiseplan. Auch ich muss zugeben, dass Hanf mir in erster Linie Assoziationen von Drogen und verrückten Religionslehrerinnen-Outfits verschafft hat. Nach so viel Food Inspiration ist meine Neugier allerdings durchaus geweckt. Meine morgendlichen Smoothies hätten sicherlich nichts gegen ein wenig Verfeinerung und werden wohl bald gehörige Aufpimpung erfahren! Was meint ihr? Auch Lust zu probieren?

NATURGEWALT Superfoods startet durch & wir haben das erste Interview für euch!