Zwischen Modezirkus und Vernunft - Eine Stellungnahme zur Berlin Fashion Week

MY BERLIN FASHION beim Posing

Wenn in Berlin die Fashion Week kurz bevor steht, ist die Stadt außer Rand und Band – könnte man meinen. Doch etwas hat sich verändert. Die ohnehin junge Modestadt Berlin scheint es schwerer denn je zu haben. Zuerst wurde der Wegbruch der Modemesse BREAD & BUTTER bekannt gegeben, im Anschluss folgte eine Aufstellung an Designern, bei denen sich so mancher fragte: „Wer sind die eigentlich?“ Denn bekannte Namen haben sich nämlich nur selten blicken lassen. Während in diesem Jahr also viele Newcomer und Jungtalente das Zelt mit ihren teils doch sehr unterhaltsamen wie auch umwerfenden Entwürfen das Publikum zu beglücken versuchten, fielen doch einige Veränderungen auf.

Zwischen Modezirkus und Vernunft - Eine Stellungnahme zur Berlin Fashion Week

Die Fashion Week ist für sich genommen eine Fachveranstaltung der Modeindustrie. Hier zeigen Designer, Stylisten und Make Up Artists, welche Mode sie in der kommenden Saison an die Frau und den Mann bringen wollen. Auf den Messen geht es darum, dass Einkäufer die einzelnen Brands und ihre Entwicklungen genau unter die Lupe nehmen und dann entscheiden, was in die Läden kommen wird. Ein Jahresvorlauf ist dabei normal. Das Geschäft Fashion braucht Zeit und jede Menge Organisation, wie auch Logistik.

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Schließlich ist es zudem Gang und Gebe gewesen, dass in den Rängen und Reihen die Moderedakteure der verschiedenen Zeitschriften und Magazine Platz nehmen, um sich ein Vorabbild davon zu machen, womit sie in den kommenden Monaten ihre Seite füllen könnten. Für mich war es immer ein Highlight, die Gesichter, die ich sonst nur von „Fotos aus der Redaktion“ aus den Magazinen kannte, im Laufe dieser Woche tatsächlich zu sehen. Neben den heftig mitschreibenden Damen und Herren, sitzen Stammkunden und Ehrengäste der Designer und – seit ein paar Jahren auch Onlineredakteure, Modeblogger und eben auch Promis zusätzlich mit in den Reihen. Hier erkennt selbst das ungeschulte Auge, wer da ist um gesehen zu werden – und wer vor Ort ist, um zu arbeiten.

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Der perfekte Look zum Sneaker & zum Arbeiten

So wird auch im Januar in offenen High Heels über den „roten Teppich“ in Minikleidern gewatschelt, oder eben in Sneakern und Chelsea Boots der Sideway beschritten. Für mich selbst stellt sich hier nicht die Frage nach dem „Oh mein Gott, was ziehe ich nur zur Fashion Week an?!“ Ich habe gerade in diesem Jahr keine Lust darauf gehabt, mich schon Wochen vorher verrückt zu machen und ein halbes Vermögen dafür auszugeben, um innerhalb von 4 Tagen möglichst jede Stunde einen neuen Look um meine Person zu kreieren. Vielleicht bin ich für diesen Zirkus auch einfach nicht der Typ, oder zu alt um das zu verstehen, oder einfach auch zu rational und vernünftig. So habe ich mir nämlich vorgenommen, anstatt dessen lieber in ein paar schicke, aber bequeme, elegante und extravagante, aber nicht aufdringliche, schwarze Schuhe zu investieren, die zu meinem gesamten Kleiderschrank passen und eben nicht nur zu diesem einen Outfit. Fündig geworden bin ich hier bei VAGABOND und auch wenn ich es kaum glauben konnte, bin ich doch täglich auf meine Stiefelette MARJA angesprochen worden. So schlicht, wie ich mit meiner Rock-Flauschepulli-Kombi um die Ecke gekommen bin, hätte ich damit neben den aufgebretzelten, langbeinigen Gazellen am wenigsten gerechnet. Tja, Lieblingsmarke ist eben Lieblingsmarke, da kommt dann so schnell auch nichts anderes ran und die Schlangenlederoptik ist zwar dezent, reicht doch aber aus, um als unaufdringlich außergewöhnlich wahrgenommen zu werden.

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Pulli: H&M, Rock: COS, Schuhe: VAGABOND, Tasche: MICHAEL KORS

Eine Woche, ein Paar tollste Schuhe und dazu eine klassische, wenn auch neu interpretierte Messenger-Bag namens CALLIE von MICHAEL KORS (gefunden im GÖRTZ Online-Shop) in cleaner black and white Optik. In New York sind ja alle Mädels ganz verrückt nach den Dingern und seit ich ein paar Schuhe des guten Herren mein eigen nenne, weiß ich die Qualität wie auch das schlichte aber bestechende Design und die Langlebigkeit seiner Kreationen auch sehr zu schätzten. Aber auch hier war mir nicht eben nur der Name des Täschchens wichtig, sondern auch ihre vielseitige Tragbarkeit. Und ich wurde nicht enttäuscht! Egal ob Zelt, offside Event, Meeting oder Partynacht, eine Woche und eine Tasche, die alles mitmacht und auch in Zukunft zu meinen Lieblingen gehören wird. Wenn man 275,00 Euro investiert, sollte das auch genauso sein!

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Mantel: H&M TREND

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Ich zähle mich im Rahmen der Berlin Fashion Week definitiv zu den besagten Arbeitsbienen, die herum schwirren, meist Turnschuhe, Chunkie Sohlen oder schlichte Plattforms tragen, Stifte in den Haaren stecken haben, oder hastige Telefonate mit ihrem restlichen Team führen. Dazu kommen neben den Textredakteuren, die direkt vor Ort beginnen ihre Lobeshymnen und vernichtenden Urteile in die Tasten zu klopfen, die Fotografen. Auf engstem Raum wird am Kopf des Catwalks um jeden Zentimeter gekämpft, um das eine, das perfekte Bild für den jeweiligen Auftraggeber zu erhaschen. Dazwischen drängeln sich Filmteams, die Reportagen über Handtaschentrends, Lidschatten und Magermodels versuchen zu konstruieren. Ein wilder Haufen, in dem ich mich zwar immer sehr wohl gefühlt habe, der einem aber gerade als Frau ein hohes Maß an Geduld mit seinen Mitmännern und auch Nehmer- wie Geberqualitäten abverlangt.

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These Fashion Girls! Love!

Doch bevor es soweit ist, dass die fertig drapierten Laufstegschönheiten für Sekunden an einem vorbei stöckeln, manchmal mit und hin und wieder auch mal ohne Schuhe, passiert die eigentliche Arbeit. Mindestens zwei Stunden vor jeder Show, egal ob Runway Präsentation oder Studio Performance, ackert sich ein großes Team aus Hair- und Make Up Artisten die Finger wund, um die Visionen der Meister umzusetzen. Hier Mäuschen zu spielen, mit Models und Designer zu sprechen und Interviews zu führen, ist meiner Meinung nach der spannendste Teil der ganzen Woche und eine fotografische Herausforderung hoch 25, wie ich selbst schon oft genug erleben durfte! Deshalb bin ich sehr froh, dass ich an dieser Stelle vom neuen Geheimtipp der Stadt, Sebastian Pollin Unterstützung bekam. Seine Eindrücke und Backstagebilder vermitteln nicht nur die Ruhe vor dem Sturm, sondern auch die typische Berliner Gelassenheit, die selbst in der wohl stressigsten Woche des Winters überall sehr angenehm mitschwingt.

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Während ich, nach meiner Rückkehr aus dem hohen Nordens Schweden im zweiten Teil der Woche auf modische Entdeckungsreise gegangen bin, habe ich im Publikum der Shows gesessen, die Augen offen gehalten und soweit es der gute Geschmack zuließ fleißig Notizen in mein Telefon geklackert. Fashion Week ist Fließbandarbeit und am besten funkt es, wenn man als Team gut aufgestellt ist. Nichts desto trotz ist doch die Tendenz wahrnehmbar, dass sich die aufstrebende Modehauptstadt, zur Freakshow der Nation zu wandeln scheint. Unsere Suzie hat es schon sehr trefflich formuliert: Wenn Jungle Prinzen neben Nacktstars in den ersten Reihen sitzen, ist es nicht verwunderlich, dass die Branche zu murren beginnt.

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Model, Journalist & Co-Owner of Volta Models: Sussan Zeck

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Fotomodel Sissi Pohle in einer umwerfenden Winterkombi

Doch trotz allen Wandels, nicht fahrender Berliner Bahnen und lauter werdender Kritik möchte ich betonen, dass neben der vielfältigen modischen Inspiration und den ziemlich coolen Parties, die zudem innerhalb dieser Woche steigen, es für mich das Schönste ist, Menschen zu treffen, die nicht nur ebenfalls wie ich mit Leidenschaft innerhalb dieser Branche arbeiten, sondern die zu echten Freunden geworden sind. Egal wo und wann ich Sissi Pohle treffe, sie hat immer ein ehrliches Lächeln auf den Lippen und strahlt so eine Ruhe und Schönheit aus, dass ich mir am liebsten was davon zum Mitnehmen abfüllen würde. Und auch Model und Managerin Sussan Zeck besticht nicht nur durch ihren einzigartigen Look, sondern ganz besonders durch die wirkliche Freude die sie bereitet, wenn sie einen fest in ihre schlanken Arme schließt. Und na klar, wenn man schon so was wie eine Busenfreundin hat, wie es Mia für mich geworden ist, dann schafft man es auch, sich trotz all der Hektik und dem Stress Zeit für einen gemeinsamen Kaffee und ein Tässchen Suppe zu nehmen. Wenn daraus dann des Weiteren eine durchzechte Nacht und witzige Erinnerungsbilder werden, die nun für immer meine Handtasche von innen verschönern ausschmücken, dann würde ich sagen: Modewoche bestens gemeistert!

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Freedi & Mia von UBERDING

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Selfie im H&M Showroom

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Zwischen Modezirkus, Freundschaft & Vernunft - Eine Stellungnahme zur Berlin Fashion Week

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In Zusammenarbeit mit GÖRTZ & Sebastian Pollin