Wir verschmutzen unsere Meere. Im Jahr 2050 soll es mehr Plastik in den Ozeanen geben, als Fisch. Ob das dazu gehört, zum Menschsein? Nein. Wir können durch unseren täglichen Konsum entscheiden, welchen Einfluss wir haben. Unsere Großeltern kennen sie noch, die Zeit ohne Plastik. Und doch haben sie sich bereits daran gewöhnt alles in Tüten, Döschen und Verpackungen in ihren Einkaufskorb zu legen und an überquellenden Mülltonnen vorbei zu gehen. Kaum zwei Generationen hat die Menschheit gebraucht um unsere Welt mit Müll zu überfluten. Und am meisten leiden die Meere. Denn unserem verqueren Prinzip Aus den Augen, aus dem Sinn. werden sie nicht mehr ewig standhalten können. Wir haben für dich ein paar Anregungen zusammen getragen, mal wieder über das Thema nachzudenken.

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Warum Ocean Care nötig ist? Eine Übersicht vom ZDF zu Plastik im Meer

Dieses kurze Info-Video vom ZDF zeigt anschaulich, in was für einen Plastikozean wir Menschen uns manövriert haben. Das Video ist super geeignet um sich einen Überblick zu verschaffen (oder ihn anderen zu geben) ohne dabei zu emotional zu werden. Gute Übersicht – knapp erklärt!

Plastik im Meer – heuteplus | ZDF

Guppyfriend – Der Filterbeutel gegen Mikroplastik

Mikroplastik in unseren Gewässern entsteht nicht nur durch den Zerfall von Plastikverpackungen, die in Flüsse und Meere geraten, sondern auch beim Waschen unserer Kleidung. Vor allem Sport- & Funktionskleidung besteht häufig aus Plastikfasern. Werden diese in der Maschine gereinigt, lösen sich winzige Fasern ab und gelangen über das Abwasser wieder in den Wasserkreislauf. Das Problem: Tiere und auch wir Menschen nehmen diese Plastikteilchen auf. Bisher ist noch nicht hinreichend geklärt, was sie genau bei uns auslösen, doch es ist wahrscheinlich, dass sie Entzündungen auslösen und den Darm irritieren. Lust das an dir selbst auszuprobieren? Tust du wahrscheinlich längst. Also tu lieber etwas dagegen!

Die Marke Langbrett hat mit dem Guppyfriend Washing Bag einen Waschbeutel für Kunstfasern entwickelt, der die Plastikteilchen, die sich ablösen auffängt – so können sie in den Recycling-Kreislauf zurück gelangen und landen nicht im Wasser. Die Beutel werden inzwischen von diversen großen Marken vertrieben und sind auch in vielen Outdoorläden zu haben.

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Foto: Langbrett

Zukunftsmusik bremst die Müllstrudel – Das Pacific Garbage Screening

Auf dem Meer treibt jede Menge Müll, der sich in Strudeln bewegt und deswegen an der Oberfläche oft gar nicht auszumachen ist. Viele Müllsammel-Projekte auf offener See gefährden außerdem die Lebewesen, die sie eigentlich schützen wollen, denn auch Fische, Schildkröten & Co. geraten in die Sammelbehälter und verlieren ihr Leben. Das Pacific Garbage Screening Projekt möchte dieses Problem umgehen, indem es als riesige 400×400 Meter große Plattform wie ein Kamm das Meer durchsiebt und durch den geschickten Einsatz der physikalischen Gegebenheiten vor Ort die Strömungen stellenweise beruhigt, so dass der Müll an die Überfläche treibt und leichter eingesammelt werden kann. Wie ein Raumschiff im Meer soll das Pacific Garbage Screening mit einer Crew unterwegs sein und aus dem gesammelten Müll seine eigene Energie gewinnen. Auch der innovative Einsatz von Kohlenstoffdioxid zersetzenden Algen auf der Anlage ist geplant, jedoch fehlt hierzu aktuell noch die ausführliche Forschungsgrundlage.

Das Pacific Garbage Screening, das im Rahmen der Architektur-Abschlussarbeit von Marcella Hansch entwickelt wurde, könnte bald Realität werden, denn das Crowdfunding Ziel von 200.000 Euro um der Idee endlich handfeste Taten folgen zu lassen, wurde dieses Jahr erreicht. Wir bleiben gespannt und finden: Solche Zukunftsmusik sollte ruhig häufiger im Radio unserer Köpfe gespielt werden!

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Foto: Pacific Garbage Screening

Seabin Project – Der Mülleimer für den Hafen

Ein Seabin ist ein schwimmender Mülleimer für den Hafen. Wie funktioniert’s? Mit den Bewegungen des Wassers bewegt sich auch der Seabin. Der Mülleimer treibt nicht einfach frei umher, sondern ist ans Stromnetz angeschlossen. Bis zu 25.000 Liter Wasser pro Stunde werden mit Hilfe einer Pumpe von oben in den Mülleimer gesaugt und durchlaufen den Müllauffangbehälter, wo Plastik, Öl, Benzinreste & Co. verbleiben. Das Wasser selbst wird dann wieder der Marina zugeführt, nur eben frei von Müll. Der Seabin wird natürlich regelmäßig entleert und der Müll dem „normalen“ Müllkreislauf zugeführt. Das Idealszenario? Wenn die Seabins eines Tages leer bleiben würden… Warum das noch nicht jeder Hafen hat? Vermutlich weil es noch nicht bekannt genug ist! Lasst uns das ändern. Zum Seabin Project geht es hier lang.

The Seabin Project | In-Water Automated Marina Rubbish Collector

Dopper – Trinkflaschen aus recyceltem Plastik

Trinkflaschen aus recyceltem Plastik herzustellen und sie zu verkaufen ist nur die physische Manifestation der Idee von Dopper, Trinkwasser wieder zu dem zu machen, was es sein sollte: Ein sauberes, frei zugängliches Gut, das uns alle am Leben erhält. Mit regelmäßigen Clean Ups, also Müllsammel-Aktionen, in großen Städten macht die Firma auf die Plastikverschmutzung und unsere lapidare Umgangsweise mit Müll aufmerksam und bringt Menschen zusammen, die ähnliche Ansichten zum Thema teilen und etwas ändern wollen.

Dopper

Foto: Dopper

Was für spannende Projekte rund um das Thema kennt ihr? Was tut ihr um euren Müll zu reduzieren und wo fällt es noch sehr schwer? Habt ihr Ideen und Tipps für uns? Teilt sie gern in den Kommentaren, wir freuen uns darüber!

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