Von himmelhohen Erwartungen und runzeligen Stirnfalten: ALEXANDER WANG X H&M

Ich kann mir nicht helfen, aber das typische Silvesterdilemma hat mich befallen. Man kennt das, die Party wird zwar nicht mehr Monate vorher geplant, doch wenn man sich einmal festgelegt hat, dann soll es doch auch bitte die exzessivste des ganzen Jahres werden. Klappt natürlich immer. Man könnte es auch das Miese-Geschenke-obwohl-man-doch-so-viele-offensichtliche-Hinweise-gegeben-hat-Dilemma nennen. In beiden Fällen ist es jedenfalls die krasse Asymmetrie zwischen Erwartungen und Realität, die einem die enttäuschten Schmerzestränen in die Augen treibt.

Heulen musste ich zwar nicht, aber irgendwie stellte sich beim Anblick der ALEXANDER WANG X H&M Kollektion zumindest bei mir ein mittelschweres Stirnrunzeln ein. Viel Schwarz war angekündigt, was auch zutrifft und dem Ganzen einen düsteren Touch verleiht. Das gefällt mir ja ganz gut, aber dass „sportliche Looks“ nun immer öfter zu tatsächlichen Sportoutfits mutieren, ist nun nicht so meine Tasse Tee. Das macht auch RIHANNA in ihrem sehr Cameltoe-förderlichen Zweiteiler nicht besser, der doch sehr an ultimativ funktionale Ski-Unterwäsche erinnert. Außer natürlich, dass er bauchfrei ist. Was muss, das muss.

Leider bin ich auch kein besonders großer Fan von aufgeplusterten Daunen(?)jacken und auch penetrant überdimensionale Brandlogos bringen mich nicht wirklich in Wallungen. Nicht nur, weil die Gefahr, mit dem gemeinen Markenproll verwechselt zu werden, an astronomischem Ausmaß gewinnt, sondern auch, weil ich Buchstaben in Form von ganz crazy catchy Slogans auf Kleidung oft problematisch finde. Meistens ist ja nicht so viel Aussage dahinter, aber Wörter sind ja nun mal da, um Aussagen kundzutun. Da lob ich mir doch eher großflächige Muster!

Ich resümiere. Der große Pluspunkt ist für mich: Alles ist sehr schwarz. Der große Minuspunkt: Alles andere. Schade ist das schon, aber dass bei dieser Masse an H&M-Kollaborationen auch einmal eine Kollektion dabei ist, die den eigenen Geschmack nicht so ganz trifft, ist nun auch keine Überraschung. Vielleicht sind dann aber auch doch ein paar Teile im Laden dabei, die nicht ganz so nach akribisch ausgetüfteltem Sport High Tech aussehen. Ich halte die Augen jedenfalls offen für weitere Kampagnenbilder und bin gespannt, ob der gute Herr ALEXANDER WANG mich über Umwege vielleicht doch noch kriegt! DennALEXANDER WANG X H&M wird ab 6. November 2014 in 250 H&M-Geschäften weltweit sowie online erhältlich sein.

Von himmelhohen Erwartungen und runzeligen Stirnfalten: ALEXANDER WANG X H&M

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