Erinnern - so lange wir es noch können - Gedanken rund um 70 Jahre Auschwitz Befreiung & das ARD Dossier

Während ich diesen Beitrag schreibe, habe ich Herzklopfen, auf eine ganz dumpfe und unruhige Art. Wir sind doch ein Lifestyle Blog, gehört da überhaupt so ein ernstes Thema hin, höre ich es in meinem Hinterkopf flüstern. Aber über die mögliche Antwort gibt es keine Diskussion. Natürlich.

Wenn wir auch sonst meist schrill und laut darüber berichten, wie man sich das eigene Dasein schöner und vielfältiger gestalten kann, sehe gerade heute, die absolute Notwendigkeit, leisere und ruhigere Töne anzuschlagen. Denn Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit und wirkliche Möglichkeit der persönlichen Entfaltung sind hohe Güter unserer Gesellschaft, die wir uns viel zu selten bewusst machen. Eben eine gute Selbstverständlichkeit.

Und wenn es in unserer ach so demokratisch und toleranten Republik mittlerweile soweit ist, dass wieder dafür auf die Straße gegangen wird, die Ländertüren zu schließen, anstatt sich dem Neuen gegenüber zu öffnen, dann wird es höchste Zeit den Mund aufzumachen. Nein, ich möchte an dieser Stelle kein Anti-Pegida-Schminktutorial drehen und ich kann auch keine Witze darüber machen, denn für mich macht sich bei all dem eine dumpfe Beklommenheit breit, ähnlich einem dunklen Schatten.

Morgen, am 27. Januar 2015 ist 70. Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus. Es ist ein Datum, das sowohl unsagbaren Schrecken, als auch den Mut und die Hoffnung zum Neuanfang in sich birgt. An diesem Wintertag hat vor genau 70 Jahren die Rote Armee das Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Wenn man darüber nachdenkt, dann sind 70 Jahre wohl der größte Teil eines langen Lebens. Doch um davon berichten zu können, muss man noch älter sein. Genau diese Tatsache wird in unserer schnelllebigen Zeit oft vergessen. Denn – es gibt sie zwar noch – die Zeugen jener Zeit, aber auch ihre Lebensdauer ist begrenzt. Um ihre Geschichten zu bewahren, die Vorgänge jener Zeit zu reflektieren und aufzuarbeiten haben es sich die Öffentlich-rechtlichen Sender zur Aufgabe gemacht, die kommenden Abende der einfühlsamen wie vielschichtigen Auseinandersetzung mit dieser Thematik zu widmen. Ich für meinen Teil, werde mir die ARD Reportagen, Interviews und Debatten rund um den Gedenktag ansehen. Denn wenn wir ehrlich sind, hetzten wir auch an diesem, wie an jedem anderen Tag, wie aufgescheucht hin und her, auf der Jagd nach allem, was uns erstrebenswert scheint. Aber Gedenken bedeutet nicht nur erinnern, es beinhaltet Platz für Diskussionen und Gefühle zu schaffen, sowie sich derer bewusst zu werden.

70 Jahre ist es her, dass dem nationalsozialistischen Massenmord und Rassenwahn an dieser Stelle ein Ende gesetzt wurde. 70 Jahre, dass lässt mich schlucken und an die Generation meiner Urgroßeltern und Großeltern denken. Es ist einfach keine lange Zeit, diese 70 Jahre. Und wenn ich jetzt täglich in den Nachrichten hören, wie politische und religiöse Standpunkte sich verhärten und in Gewalt ausarten, dann macht das unsagbar betroffen.

Doch der drohenden Lähmung kann man sich entgegen stellen. Der eine tut dies laut auf der Straße und andere in der Stille. Wie wir es tun, das spielt keine Rolle. Es geht nur darum, eben nicht zu vergessen, eben nicht zu verharmlosen, sondern zu erinnern. Immer wieder.

Als Tobi und ich uns gestern Abend über das Thema unterhalten haben, begannen wir unsere Fotoaufnahmen, die wir bei einer unserer Reisen nach Polen gemacht haben, heraus zu suchen. Wir besuchten die Gedenkstätte Auschwitz Ende Januar 2011.

Bei der ARD heißt es derzeit: AUSCHWITZ UND ICH – FÜR DAS LEBEN LERNEN. Ich kann dem nur zustimmen. Egal, wie viel man vorher über diese Zeit gelesen oder gehört hat, es ist immer nur ein Bruchteil des Fassbaren und Wirklichen. Damals, wie heute bewegen mich diese Bilder, rütteln Gefühle wach, die unsagbar schwer in Worte zu fassen sind. Wie fühlt es sich an, an einem solchen Ort zu stehen… das zu beschreiben scheint mir bis heute unmöglich. Denn es hat mich übermannt. Alles ist plötzlich gleichzeitig so nah, real und doch so vergangen – nur – das macht es keinesfalls leichter oder erträglicher. Große Traurigkeit, Betroffenheit und Wut mischen sich ebenso mit Hilflosigkeit und einem Nichtverstehen, nicht nachvollziehen und begreifen wollen und können. Wir haben damals, wie auch heute viel darüber gesprochen. Denn indem wir miteinander reden und uns auseinander setzten können wir versuchen, das Erinnern zu bewahren.

Und auch wenn die ARD dazu das sehr umstrittene Hashtag #Auschwitz ist für mich____ ins Leben gerufen hat, kann man das zerreißen und für viel zu kurz gedacht halten, wie man will, aber es ist ein modernes weltweit verbreitetes und genutztes Mittel, interessierte Menschen miteinander zu vernetzten. Natürlich lässt sich damit nicht alles sagen, aber es ist ein Teil, einer Geschichte die erzählt werden sollte und irgendwie muss man anfangen und darf zudem nicht vergessen, weiter zu machen.

Erinnern - so lange wir es noch können - Gedanken rund um 70 Jahre Auschwitz Befreiung & das ARD Dossier

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