Eine unvergessliche Polarnacht im ICE HOTEL Jukkasjärvi FSD FOTO

Nachdem wir uns mit dem Auto bis Luleå vorgekämpft hatten, ging es von dort an mit der Bahn Richtung Norden weiter. Durch tief verschneite Lappländische Landschaften, in der Bäume zusehens seltener und die Schneeberge höher wurden, kämpfte sich unsere kleine Lock voran, bis wir schließlich die Endhaltestelle Kiruna erreichten. Kiruna ist die nördlichste Stadt in Schweden. Übersetzt heißt es soviel wie Schneehuhn und ehrlich gesagt, genau so habe ich mich auch gefühlt.

Alles was meine Äuglein vom Bahnhof aus erspähen konnten, waren zwei schnell davon huschende Menschen und eine riesige gegenüber liegende Bergbaulandschaft. Die Eisenerzvorkommen unterhalb der Stadt sind so gewaltig, dass die Regierung beschlossen hat, die gesamte historische Stadt innerhalb der kommenden Jahre um fünf Kilometer zu versetzten, um weiter fördern zu können. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, sind die Bewohner nicht sonderlich glücklich darüber. Da jedoch schon einige Teile der Stadt am absinken sind, Häuser zu reißen beginnen und es zu gefährlich ist sich lange zu streiten, wird der Bevölkerung nichts anderes übrig bleiben, als sich ein neues zu Hause zu schaffen.

Doch wir waren noch nicht am Ziel, denn das ICE HOTEL liegt nochmals zwanzig Minuten Fahrt gen Norden von Kiruna entfernt. Dort gelangt man dann entweder per Anhalter auf dem Rücksitz eines Schneemobiles hin, oder wie wir, mit dem örtlichen Taxiunternehmen.

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Einmal angekommen, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Umringt von weißen Schneemassen, eilten seltsam vermummte Gestalten an uns vorbei und wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wir waren tatsächlich da. Nach einer mordsmäßigen Tour endlich am Ziel. Und weil es viel zu kalt war, um wie angewurzelt auf der Straße stehen zu bleiben und Maulaffen Feil zu halten, schnappten wir unser Gepäck und machten uns auf die Suche nach der Rezeption.

Das ICE HOTEL ist in zwei Bereiche untergliedert, einen warmen und einen kalten. Sehr clever gelöst, denn wenn ihr mehr als nur eine Nacht hier schlafen möchtet, könnt ihr die anderen Nächte natürlich im muckelig Warmen verbringen. Doch wie ihr ja wisst, hatten wir es etwas eilig, also nix da mit erstmal aufgewärmt, wir haben uns direkt schlau gemacht wie es mit der Kälte aufzunehmen sei.

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Als Gast des Hotels könnt ihr sicher sein, nicht zu frieren. Diese Angst kann ich euch direkt nehmen. Ihr bekommt, frisch eingetroffen und aufgeregt alles, was ihr braucht, damit nicht mal der kleine Zeh zu leiden hat. Und so zogen wir, voll bepackt, in die Umkleide um uns wie all die anderen Besucher in kleine Eispeditöre zu verwandeln. Schneeanzug, dicke Stiefel, aus mehreren Schuhen bestehend, Strumhaube, Handschuhe und Mütze. Danach die Feststellung doch nochmal wohin zu müssen und dann alles nochmal von vorn.

Dick eingemummelt, ein bisschen bewegungseingeschränkt, kann man dann all seinen anderen Krams in einem riesigen Spint verstauen und sich auf Erkundungstour begeben. Das ICE HOTEL ist tagsüber für alle Besucher zur Besichtigung geöffnet, egal ob kalt oder warm, Hotelgast oder einfach Zugvogel. Und wenn euch irgendwas mal an diesen entlegen Zipfel der Welt verschlagen sollte, dann müsst ihr euch das ansehen!

Das Gebäude besteht komplett aus Schnee und Eis und ist in mehrere Komplexe untergliedert. Die zu buchenden Zimmer reichen von einfachen Cold Rooms, über Schnee- und Eissuieten bis hin zu wahren Kunsthöhlen, in denen ich vor Aufregung bestimmt gar kein Auge zu bekommen hätte.

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Um auf die Frage von gestern einzugehen, hihi Türen gibt es in dem Hotel nicht, die einzelnen Räume werden durch lange, vereiste Vorhänge von einem Flur getrennt. Aber in den Zimmern ist es so ruhig, so eine Stille hab ich noch nicht erlebt!

Doch bevor man sich gleich heimisch einrichtet, sollte man erstmal was in den Magen bekommen. Dafür gibt es extra ein Restaurant, dass zur Anlage gehört. Dort geziehmt es sich, wie wir schnell merkten, in schicker Garderobe einzukehren. Wenn ihr allerdings unter euren Schneeanzügen eure muffige Skiunterwäsche versteckt, so wie wir, drücken sie auch ein Auge zu. Doch wer jetzt Essen bis zum Umfallen erwartet, dem sage ich, satt wird hier, wer ein fünf Gänge Menü ordert. Kleine Portionen, aber so feines Zeug, mir läuft immer noch das Eiswasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke! Und während ich die gesamte Fahrt über nach Elchen Ausschau gehalten habe, bekam Tobias an diesem Abend einen zu sehen.

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Nachdem unsere Mägen aufgehört hatten zu rumoren machten wir noch einen Spaziergang um diese unglaubliche Weite auf uns wirken zu lassen und um Ausschau nach Polarlichtern zu halten. Doch während sich in dieser Nacht Himmel und Erde so innig miteinander vergnügten, dass man sie nicht mehr auseinander halten konnte, lauschten wir dem Jaulen der Huskies und dem Schnauben der Rentiere und kehrten schließlich zum Hotel zurück.

Einen Drink in der ICE BAR später, aus echten Eisgläsern gereicht und wir hatten die absolute Bettschwere um uns der noch wartenden Herausforderung zu stellen.

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Dann hieß es, die Tagesausrüstung abgeben und das Nachtzeug holen. Man kann wählen, ob man sich zu zweit in einem riesigen Schlafsack vergnügen möchte, oder lieber schön in seinem eigenen Mief garen will. Für Familien gibt es sogar Megaschlafsäcke! Echt cool! Und dann, Schlafanzug an, Mütze drauf und auf einmal standen wir gemeinsam mit lauter anderen Abenteurern in Unterhose auf einem langen Gang im Eis und huschten in unser Zimmer. Im Hotel wird es nie kälter als -10 Grad, der Schnee dämmt ganz schön was ab und während mein Atem in der Luft ganz lustige Sachen machte und mir Schneeglitzer von der Decke ins Gesicht rieselte fing es neben mir schon an zu schnorcheln.

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Wir haben nicht gefroren, zumindestens hat nichts gefroren was im Schlafsack steckte, meine Nase habe ich ein paar mal in der Nacht zum Aufwärmen abgerubbelt, aber sonst einwandfrei! Und irgendwie fühlt man sich danach, als hätte man etwas ganz besonderes geleistet, hihi. Um nach dieser Nacht wieder in Schwung zu kommen, ging es am kommenden Morgen vom Weckdienst dem Schlaf entrissen, ab in die Sauna.  Und so wird es euch auch nicht verwundern, dass beim Frühstück die "Cold Roomler" mit stolz geschwollener Brust von ihren Erlebnissen berichteten, während die Warmduscher nur neidisch drein blickten.

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Wir waren soooo begeistert! Wirklich! Am liebsten wären wir noch ein paar Tage geblieben um mal eine Tour mit dem Hundeschlitten zu unternehmen, bei einem Eisskulpturenworkshop mitzumachen, oder die Rentierfarm zu besuchen. Nachts kann man auch Fahrten mit dem Schneemobil buchen und sich auf die Suche nach Polarlichtern machen. Und das sind nur ein paar der Aktivitäten, die das ICE HOTEL seinen Besuchern bietet.

Doch an diesem Tag endete unsere nordische Expedition vorerst und wir waren sehr glücklich, dass uns die Polarlichter auf unserer Heimreise grünlich leuchtend und wunderschön begleiteten.

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Ich kann nur sagen, dieses Erlebnis werde ich noch sehr lange in mir tragen und irgendwann hoffe ich für mehr als nur ein paar Stunden zurück zu kehren und das ewige Eis genießen zu dürfen.

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