Edda Mör Wuppertal

EDDA MÖR steht für nachhaltige Mode aus Deutschland

Wer in den letzten zwei Wochen auf Instagram bei FREISEINDESIGN und bei mir rumgewuselt ist, der wird schon dahinter gekommen sein, dass wir eine ganz große neue Label Liebe entdeckt haben: EDDA MÖR aus Wuppertal nämlich! Designerin Navina Binkenborn hat sich vor ein paar Monaten meine liebe Freundin Kiri mit ins Boot geholt und zusammen sind die beiden nun zum absoluten superduper Power Dreamteam fusioniert. Wer hier Vetternwirtschaft schreit, dem sollte übrigens kräftig auf die Finger gehauen werden, denn der Look trifft bei mir so ins Schwarze, dass ich mich wundere, nicht schon vorher über den kleinen Laden gestolpert zu sein.

Edda Mör nachhaltige Mode aus Deutschland

Das musste jetzt dringend nachgeholt werden! Also bin ich nach Wuppertal gereist, um die beiden 1. mit Fragen zu löchern und mich 2. einmal durch das gesamte Sortiment zu probieren und ein bisschen nachhaltig shoppen zu gehen. Hier könnt ihr nun lesen was dabei herausgekommen ist und die Bilder anschauen, die bezeugen wie sehr ich Fangirl geworden bin.

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Designerin Navina Binkenborn

Lisa: „Liebe Navina, liebe Kiri, jetzt bin ich endlich mal hier, schön habt ihr’s hier!“

Navina: „Ja schön, dass Sie da sind, Frau Schmidt-Herzog! (lacht)“

Lisa: „Ja vielen Dank für die Einladung, Frau Binkenborn! (lacht) Nach meiner kleinen Odyssee hierher, gleich die erste Frage: Warum seid ihr hier in Wuppertal?“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Social Muse & EDDA MÖR Model Kiri

Navina: „Also ich komme von hier. Ich habe in Berlin studiert und dann noch eine Ausbildung gemacht in Düsseldorf, die Schneiderlehre in Duisburg, aber meine Home Base war immer Wuppertal. Ich bin dann 2008 von einer Bekannten angequatscht worden, ob ich hier nicht mit ihr einen Laden aufmachen will. Das haben wir dann auch gemacht.“

Lisa: „Die scheint aber nicht mehr hier zu sein?“

Navina: „Nee das war nicht hier, das war im WUNDERLADEN, dort haben wir uns damals die Räumlichkeiten geteilt, ich hatte also hinten mein Atelier. Dann bin ich schwanger geworden und habe erst mal ein paar Jahre Babypause gemacht. Mit zwei Kindern an der Backe ziehst du ja auch nicht mal eben um. (lacht) Du musst auch schauen, dass deine Fahrtwege schön kurz sind, wenn du zur Kita fährst oder zur Schule. Daher ist es also Wuppertal geblieben. Wobei ich auch finde, dass die Stadt ganz schön was zu bieten hat. Es gibt hier eine lebendige Szene, viele Leute machen coole Sachen. Und das Luisenviertel, in dem wir mit unserem Laden sind, ist ja auch wirklich schön.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lieblingsteile mit Wohlfühlflair

Lisa: „Woher kommt eigentlich der Name EDDA MÖR?“

Navina: „Ich habe Monate lang nach irgendetwas Sinnvollem gesucht mit Hintergrund usw. Ich habe rumüberlegt ohne Ende, aber einfach nichts gefunden. Dann dachte ich: „Welcher Name ist schön?“ Edda…Und „Mør“ bedeutet „Mama“ auf Schwedisch. Weil ich grad frisch gebackene Mami war, habe ich das daher abgeleitet und EDDA MÖR war geboren.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Eure Lisa erkundet den EDDA MÖR LADEN

Lisa: „Stimmt, ihr habt hier ja auch eine Kinderkollektion. Hast du angefangen Kleidung für Kinder zu machen als du schwanger warst, oder war das auch schon vorher dein Ding?“

Navina: „Als ich im WUNDERLADEN war hatte ich noch keine Kinder und habe auch keine Kleidung für die Kleinen gemacht. Das kam erst als es bei mir selber losging: Mutti muss ran. (lacht) Für Jungs zum Beispiel gab es einfach gar nichts, was mir damals gefallen hätte!“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Was ist dir bei EDDA MÖR besonders wichtig? Sowohl was die Produktion betrifft, als auch den Look.“

Navina: „Vom Design her würde ich meine Klamotten so beschreiben, dass sie den Körper umspielen, ich habe ja nichts figurnahes, nichts enges. Es ist eine Mischung aus weit umspielend und so einem Hauch Sexyness. Wie das, was du gerade trägst! An der Schulter rutscht es runter, aber eigentlich ist es so ein Sack-Kasten-Teil. (lacht) Oder die weiten Pullis, die dann aber enge Ärmel haben, sodass man immer einen Gegensatz hat, der aber harmonisch vereint ist. Ich würde sagen, EDDA MÖR ist eine Mischung aus eigener Ästhetik und Mode, die gerade aktuell ist.“

Kiri: „Genau, du nimmst aktuelle Trends und Moden und interpretierst sie auf deine eigene Art und Weise. Ich denke, dass die Sachen deshalb gleichzeitig speziell und total tragbar sind.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Nehmen? Oder nehmen? Oder nehmen?

Navina: „Ja genau, darauf achte ich. Und in der Fertigung ist mir echt wichtig, dass es keine langen Produktionswege gibt. Ich mache ja alles selbst, vom Entwurf, über den Zuschnitt bis zur Fertigung. Und wenn mir mal etwas nicht zu 100 Prozent gefällt, ändere ich es ab bis es passt oder ich nehme es auch selbst. Es ist also noch immer viel Ausprobieren dabei. Die Stoffe beziehe ich alle hier aus Wuppertal vom Großhändler, Bänder oder Kordeln kommen von der Wuppertaler BANDFABRIK. Alles kommt also aus der Umgebung.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Nachhaltigkeit ist ja ein großes Thema bei euch. Wie steht es damit eurem Gefühl nach generell in der Gesellschaft? Auf der einen Seite explodieren Fast-Fashion-Unternehmen, auf der anderen Seite wird von einigen Leuten inzwischen aber auch auf bewussten Konsum gesetzt. Wie ist da euer Eindruck?“

Kiri: „Ich glaube, da findet eine totale Spaltung statt. Dieses Dazwischen wird immer kleiner. Fast Fashion ist natürlich ein riesiger Zweig und viele Leute leben das. Aber Nachhaltigkeit ist unglaublich im Kommen, da wird die Zielgruppe auch immer größer. Genauso ist es ja im Bereich Ernährung.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Navina: „Bei jungen Leuten ist es ja auch so, dass sie sich nicht alles leisten können. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die dann ihre Mamis oder Omas verschleppen und sie wünschen sich dann ein Teil zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Die bilden natürlich eine Zielgruppe, die auch bei H&M einkauft, sich aber dann zwischendurch mal ein Lieblingsstück hier aussucht. Ich finde es wichtig, dass das Bewusstsein geweckt wird. Zum Beispiel mit meinen Upcycling-Kursen, die ich hier auch gebe, in denen ich den Leuten dann zeige: Guck mal, das kannst du selbst! Das macht ja auch Spaß, coole, lässige Shirts aus alten Teilen basteln. Da versuche ich auch zu vermitteln, dass gute Kleidung ihren eigenen Wert hat. Ein Shirt für 2 Euro von KIK, oder ein dicker Mantel für einen Zehner, ist eben total unterm Wert.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Gibt es denn die typische Kundin, die EDDA MÖR kauft, oder ist das bunt gemischt?“

Navina: „Voll bunt gemischt, wirklich! Da kommen die Omas, die Muttis, die hippen Jungen, Jugendliche, Kinder natürlich. Da ist wirklich alles dabei.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Wie lange dauert es bis ein Shirt fertig ist?“

Navina: „Das geht tatsächlich relativ schnell. Für ein Shirt brauche ich eine halbe Stunde vielleicht. Ich habe ja jetzt auch meine tolle neue Nähmaschine wie du hier siehst. Da geht das alles ratzfatz. Wenn ich nur meine eigenen Ideen umsetzen würde, könnte ich wahrscheinlich in einem Monat ein Kaufhaus füllen. (lacht) Dadurch, dass ich aber auch noch Aufträge annehme und Maßanfertigungen mache, dauert es halt. Also ich gehe ja den Wünschen nach, wenn jemand die und die Hose in dem und dem Stoff haben will, und hier noch was länger und da noch eine Falte…“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Änderst du denn auch Sachen, die nicht hier gekauft worden sind?“

Navina: „Manchmal kommen Leute, die sind ganz verzweifelt, weil sie ein tolles, hochwertiges Stück haben, was sie aber nicht zum Änderungsschneider bringen wollen, weil sie da ganz schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das mache ich dann auch.“

Lisa: Seit ein paar Monaten bist du ja nun auch mit im Boot, Kiri. Wie sieht dein Support hier aus?

Kiri: „Ich kümmere mich um INSTAGRAM, bald auch FACEBOOK und um die Fotos. Ich bin nun quasi das Gesicht von EDDA MÖR. (lacht) Das Label wird also von mir nach außen vertreten.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Navina: „Vorher hatte ich zwar auch schon Models, aber die haben die Kleidung irgendwie nicht 100%ig repräsentiert. Ich habe das Gefühl, dass ich mich erst so richtig entfalten kann seitdem Kiri dabei ist, weil sie das so geil rüberbringen kann. Fast schon wie eine Muse. (lacht) Ich weiß auch genau, dass sie mein Stilempfinden einfach teilt.“

Kiri: „Wir haben letztens zum Beispiel so einen blöden grauen Stoff bei BUDDEBERG gefunden, aus dem man in den 90ern so typische Anzüge geschneidert hat. Aber ich wusste genau, was Navina meinte und was man damit machen könnte. Wir beraten uns also auch bei der Auswahl, und diskutieren darüber was wir schön finden.“

Navina: „Bei manchen Dingen hätte ich vielleicht auch gar nicht den Mut, das genau so zu machen, wenn die Kiri jetzt nicht dabei wäre.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: Was sind denn eure Lieblingsteile aus der aktuellen Kollektion?

Navina: „Auf jeden Fall die Blazermäntel!“

Kiri: „Auch ganz toll finde ich die neuen Bundfaltenhosen und noch immer das TURID-Modell, weil man das auch im Herbst so toll kombinieren kann. Du trägst dazu ein anderes Paar Schuhe und kannst daraus gleich einen ganz anderen Look machen, das finde ich an der Hose wirklich cool.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Und was sind eure Trendprognosen für die kommenden Saisons?“

Kiri: „Schlaghosen werden nach wie vor ein ganz großes Thema sein. Schlag ist ja jetzt schon präsent, aber das wird sicher noch größer werden. Und ich persönlich glaube, dass breite Schultern auch wieder total im Kommen sind.“

Navina: „Also farblich denke ich, dass Hellblau wichtig wird, damit will ich in Zukunft auf jeden Fall auch vermehrt arbeiten. Ich hantiere ja gar nicht so sehr mit Trends, sondern mache viel intuitiv. Momentan denke ich gefühlsmäßig, dass die nächsten Saisons eher vom Sanften, Fließenden weggehen, und dass die Schnitte wieder eher boxy sein werden, gerne auch maskulin. Ich habe ja momentan selbst noch viele Teile, die gleitend nach hinten länger werden. Davon möchte ich in Zukunft etwas weggehen und ein bisschen kantiger werden.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Vor kurzem wart ihr mit eurem Stand in Köln auf dem SUPER MARKT vertreten. Stehen in Zukunft noch weitere Termine ins Haus?“

Navina: „100%ig steht das noch nicht fest, aber eventuell werden wir beim FASHION YARD mitmachen. Auf jeden Fall sind wir auch wieder bei der Weihnachtsedition vom SUPER MARKT dabei. Wir wollen uns erst mal auf eine Stadt fokussieren und das wird Köln sein, auch weil wir vor kurzem angequatscht worden sind, ob wir unsere Sachen nicht im Concept Store LOOK verkaufen möchten. Dann gibt es EDDA MÖR bald auch in Kölle! Im Frühling wollen wir uns in Stuttgart dann einmal die BLICKFANG-Messe anschauen. Weiter denken wir erst mal nicht. (lacht)“

Lisa: „Vorhin hast du gesagt, dass du hier auch recycelst und alten Teilen neuen Glanz verleihst. Woher bekommst du die Stoffe?“

Navina: „Hier kommen öfter Leute rein, die ihre alten Teile nicht wegschmeißen wollen und mir dann an die Hand geben. Ich hab hier so eine fette Kiste, in der gesammelt wird. Langsam kennt man den Laden hier auch schon ein bisschen und weiß, dass man seine alten Schätze hierher bringen kann.“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR

Lisa: „Auf eurer Seite steht ja, dass dein größter Anspruch ist, mit deiner Mode die Herzen von anderen zu erreichen. Hast du das Gefühl, dass dir das glückt?“

Navina: „Ich kriege ja schon öfter Feedback von Kundinnen, die sagen, ich werde überall angequatscht auf deine Klamotten! Das höre ich wirklich super oft und frage mich dann, warum denn? Das ist doch gar nicht sooo extravagant. (lacht) Aber anscheinend ist es doch irgendwie etwas Besonderes. Ganz viele sagen mir auch, dass sie sich total wohlfühlen und dass ihre Teile von EDDA MÖR zu richtigen Lieblingsstücken geworden sind.“

Lisa: „Ja das finde ich aber wirklich auch! Man hat ja seine paar obligatorischen Standard-Labels, die man mag, auf die man sich verlassen kann. Aber hier bei euch gibt es wirklich ganz ganz viele Sachen mit Lieblingsteil-Potenzial!“

Kiri: „Das macht EDDA MÖR vielleicht auch aus. Es gibt hier nicht die absoluten Trendteile, die man nur eine Saison lang trägt. Hier kauft man Kleidung, die immer wieder neu entdeckt werden kann. Das macht ja ein Lieblingsteil auch aus. Die TURID zum Beispiel: Im Sommer zu BIRKENSTOCKs kombiniert, im Winter zu Turnschuhen oder mit derben Boots.“

Navina: „Genau. Ich höre wirklich oft, dass die Leute happy sind, weil es so vielseitig ist. Und das macht mich wiederum total happy, weil es anscheinend wirklich funktioniert, andere mit meiner Mode zu erreichen. (lacht)“

Lisa: „Navina, Kiri, vielen Dank für das Interview und bis ganz ganz bald ihr zwei!“

Lieblingsteile und Wohlfühlflair: Zu Besuch bei EDDA MÖR