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Den Auftakt der MERCEDES BENZ FASHION WEEK 2014 sollte für Freedi und mich die Runway Show von LENA HOSCHEK bilden. Die DANDY DIARY Party vom Vorabend noch deutlich in den Knochen, stöckelten wir aufgehübscht Richtung Zelt.

Bevor ihr weiterlest legt bitte Johnny Kidd & The Pirates – “Shakin‘ All Over” auf, um in die richtige Stimmung für die Kreationen von LENA HOSCHEK zu kommen. Ihr habt sicher schon irgendwo mal Entwürfe ihrer Linie gesehen. Sie zeichnet sich durch die Betonung eines sehr nostalgischen, weiblichen Retro-Stils aus. Man könnte auch sagen, dass sind die Mädels, die aussehen wie typische sexy Sekretärenninnen oder Geheimagentinnen aus vergangenen Filmstreifen. Die Kollektionen folgen nämlich keinen Trends oder sonstigen zeitgenössischen Strömungen, sondern sind ganz einfach Ausdruck ihrer puren Faszination für die Filmstars der 40er- und 50er-Jahre. MAD MEN Feeling in Berlin, nur dass die Klamotten nicht von vollbusigen Schönheiten, sondern ziemlichen Hungerhaken vorgeführt werden. Schade.

Auch die Begeisterung der Designerin für weniger Traditionelles, wie Punk, Rock ’n‘ Roll, Tattoos, böse Jungs und schnelle Autos , kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich fragt, warum man an und für sich an diesem Laufsteg sitzt. Die präsentierte Hommage an das typische Pin-up-Girl, das sinnlich, aber auch selbst-ironisch war, haut nun wirklich niemanden mehr so richtig vom Hocker. Zwar versetzt uns ihre Mode in eine Zeit, in der Frauen noch richtige Frauen und Männer noch richtige Männer waren, aber wirkliche Sensationen oder Hingucker hält sie nicht bereit.

Nichtsdestotrotz träume ich immer noch von meiner Märchenhochzeit in einem LENA HOSCHEK Kleid, denn wann könnte man jemals besser in solch weibliche definierte Hüllen schlüpfen als zu diesem Anlass.

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Zwischen den Shows ließen wir es uns bei lecker Kaffee und Häppchen in der Mercedes-Benz Lounge gut gehen.

Koffeingestärkt ging es weiter zur Runway Show von REBEKKA RUÉZ. Die gezeigte Kollektion „BLACK DIAMONDS“ versucht durch auffällige Silhouetten zu bestechen, die aber leider aufgrund einer sehr seltsam anmutenden Materialschlacht fast verloren gehen. Übermäntel mit hängenden Schultern und Bundfaltenhosen sind cool gedacht, schimmern aber wie Omis alte Satainbettwäsche. Doch was wir sehen, sind keineswegs altbackene Lappen: Leder- und Pelzimitationen, feinste Seide, Wolle und Baumwolle sowie Pailettenstoffe stelzen an uns vorbei. Der Fokus der Farbpalette liegt auf dunklen Nuancen und vergänglich blassen Tönen in schwarz, blau und rot unterbrochen durch Bergkristallweiss. Das Geschimmer will einfach nicht aufhören, daran können auch die verwendeten Lederaccessoires nichts ändern.

In der ersten Reihe entdecken wir Thomas Hayo, der mit kritischem Blick die jungen Damen auf dem Laufsteg beäugt. Allein dieses Ereignis scheint spannender als die gesamte Kollektion. Ob hier wohl die neuen „GERMANYS NEXT TOPMODELs“ laufen?

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Auf der FASHION WEEK wird nicht nur die Damenwelt mit den neusten Trends beglückt. Auch Männermode wird präsentiert. Als männlicher Experte gesellt sich Tobias zu uns, um die heißen Teile von SOPOPULAR zu begutachten. Das Label distanziert sich von der Schnelllebigkeit der aktuellen Modewelt mit der Intention, moderne Klassiker mit Beständigkeit zu schaffen. Offiziell gehe es darum saisonale Trends zu überdauern und dennoch den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln. Klingt schön gedacht, heißt aber leider irgendwie auch, dass uns das, was hier hier sehen relativ bekannt vorkommt. Klassische Elemente der Männermode werden zwar in unkonventionellere Formen gebracht, und führen zu einem klar erkennbaren Stil, sorgen aber auch hier für das Ausbleiben von Beifallsstürmen.

SOPOPULAR steht für urbane Männermode, die sich durch klassische Schnitte, schmale Silhouetten und kantige Streetwear-Elemente auszeichnet. Absolut tragbar und schick, jedoch auch ein bisschen fad. Die wirklich spannenden Elemente des Gezeigten, waren nicht die Klamotten selbst, sondern die Accessoires, die geschmackvoll kombiniert wurden. Wir sprechen hier nicht von Ledershoppern oder Hüten, sondern von Lederstücken, die eindeutig ihren Ursprung in der Welt des Krankenhausequipments finden. Halskrausen und Orthesen zieren im kommenden Winter gut gestählte Männerkörper. Das klingt nicht nur spannend, sondern könnte sich auch als äußerst ansehnlich erweisen.

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Puh…das waren ganz schön viele Eindrücke. Aber keine Müdigkeit vortäuschen. Schnell heim, Outfitwechsel in das kleine Schwarze für den Abend.

ACHTLAND präsentierte seine Kollektion „GARY HUME’S WALLS“ im Bärensaal. Bereits das Gebäude ist ein Highlight. Eindrucksvoll wirkt die Halle in der die Show stattfindet. ACHTLANDS Kollektionen entstehen aus Spannungen sind voll gepackt mit Gegensätzen. Eleganz vermischt sich innerhalb eines einzigen Abendkleides mit architektonischer Linienführung. Die Kollektion ist atemberaubend schön und sorgt definitiv dafür, dass wir aufgekratzt zum nächsten Event eilen.

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Einen kleinen Fussmarsch entfert zeigte PATRICK MOHR in der ehemaligen Eisenwarenhandlung seine nunmehr zehnte Show „WORK HARD. BE MOHR“.

In dem maroden, altherrschaftlichen Gebäude an der Fischerinsel präsentierte Mohr seine Kollektion an Models, die ähnlich wie bei seinen vorigen Schauen statuenhaft im Raum platziert wurden. Arrangiert in den typischen, dreieckigen Schaukästen, wurden die ausschließlich dunkelhäutigen Models so den Blicken der Modewelt ausgesetzt. Diese deutliche Ausstellung wurde durch die Beschriftung der Kästen mit “Freiheit beschreibt die Fähigkeit des Menschen, willentlich zu handeln“ als klares Statement gegen Ausgrenzung inszeniert. Und so kam man einfach nicht umhin, von einem gewissen Unbehagen bei der Betrachtung beschlichen zu werden. Der in Blau getauchte Raum und die leuchtende Präsentation vermittelten definitiv etwas traumhaft entrücktes und elektrisierendes.

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Unter den Gästen tummelten sich nicht nur Tobias, Sophia und ich. Auch Wilson Gonzales Ochsenknecht und MC FITTI begutachteten die zehn ausgestellten Stücke. Unter den Models befand sich die quirlige Choreographin NIKEATA THOMSON, bekannt als Jurorin aus der Show GOT TO DANCA.  Eindrucksvolle Installation und Location, aber modisch gesehen für mich definitiv kein Highlight.

Anstatt auch auf dieser After-Show Party unsere Hüften kreisen zu lassen, entschieden Tobias und ich uns für Thaicurry, um mit 1% weniger Augenringen den nächsten Fashion Tag wie auch immer begrüßen zu können.

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