5-Tipps-Waschtasche-Reise-Kulturbeutel-2Der sorgfältig gepackte Kulturbeutel auf Reisen ist ein absolutes Muss für mich. Einfach mal schnell losgehen und noch irgendeine Zahnbürste und Zahnpasta und ein Notfallmittelchen für die Waschtasche irgendwo kaufen gehen, das kommt mir nicht freiwillig in die Tüte und gerade was die Gesundheit angeht, will ich einfach immer vorbereitet sein.

Mehr als nur die Zahnbürste – Meine Waschtasche soll mit im Ernstfall helfen können

Die Grundsachen sind klar wir werden uns auch unterwegs die Zähne putzen, unsere Haare waschen, vielleicht einen Rasierapparat benutzen und auch mal ein Pflaster brauchen. Diese Dinge gehören natürlich in jeden Kulturbeutel, aber das ist noch nicht alles, für eine gut vorbereitete Reise. Für mich ist meine Waschtasche Hygienebegleiterin, Reiseapotheke, Wohlfühlversicherung und ein Stück zu Hause in einem, ohne sie geht es nicht – und dabei muss sie gar nicht groß sein. Neben den Klassikern, wie Zahnbürste und Co. über die ich hier schonmal berichtete, habe ich immer noch ein paar ganz spezielle Helferlein in meiner Waschtasche, auf die ich schwöre.

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Zungenreiniger

Guter Atem, wohliges Gefühl und ein ungetrübter Geschmackssinn sind für mich sehr wichtig, deswegen schaue ich immer wieder interessiert nach, wie man sich eigentlich überall auf der Welt darum kümmert. Das erste Mal las ich von einem Zungenreiniger in meinem liebsten Ayurveda-Buch, das es leider nicht mehr bezahlbar zu kaufen gibt, und fand die Idee spannend genug, um mir einfach mal einen zu bestellen.

Inzwischen habe ich sogar zwei Stück (einen für zu Hause und einen, der immer in meinem Kulturbeutel bleibt) und nutze sie regelmäßig und gerne vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen. Er besteht aus Metall, und ist einfach anzuwenden, indem ihr den Zungenreiniger ganz simpel und mit wenig Druck über eure Zunge nach vorne zieht und dann abspült. Das ganze funktioniert zwar von der Grundidee her auch mit einem Löffel, ich mag die Form und das Gefühl der klassischen Reiniger aber deutlich lieber.

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Oriculi

Das Oriculi ist vor einem Jahr bei mir in die Reise-Waschtasche eingezogen um mein Ohr ab und an sanft zu reinigen. Auf der Suche nach einer Alternative zu den herkömmlichen Wattestäbchen endeckte ich in einer Dokumentation, die ich leider nicht mehr wieder finde, dass es in Asien üblich ist, so genannte Ohrkratzer zu verwenden. Ohrkratzer, auch Mimikakis genannt, hatte ich noch nie gesehen oder von ihnen gehört, aber ich wollte unbedingt einen ausprobieren. So landete das Oriculi von Lamazuna in meinem Einkaufskorb.

Warum ich auf der Suche nach einer Alternative war? Wattestäbchen, Q-Tips, Ohrstäbchen – die kleinen Wegwerf-Freunde zur Ohrreinigung hören auf viele Namen, doch ich persönlich habe sie schon länger gar nicht mehr so gern in meiner Waschtasche. Die weiße „Baumwolle“ besteht nämlich gerne mal aus pestizidbeladenem Plastik und sorgt für fiese kleine Ohrenenzündungen, die unangenehme Kieferschmerzen nach sich ziehen können. Sie produzieren eine Menge Müll und nehmen viel Platz im Kulturbeutel weg. Abgesehen davon, bringen sie einen echten Suchtfaktor mit sich und werden von vielen Menschen deutlich zu oft angewendet. Dadurch trägt sich das natürliche Fett in den Ohren ab und kann euch nicht mehr vor eindringenden Krankheitserregern schützen. Das Oriculi hingegen kratzt nur das überschüssige Fett, das wir Ohrenschmalz nennen, aus dem Ohr und bietet – richtig angewendet und regelmäßig desinfiziert natürlich! – für mich eine Variante, mit der ich alle Entzündungsprobleme endlich losgeworden bin.

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Grapefruitkernextrakt

Grapefruitkernextrakt, das man auch GSE oder GKE nennt, habe ich wirklich immer dabei. Halsschmerzen sind seitdem bei mir kein Problem mehr – beim leisesten Anflug gebe ich etwa drei Mal am Tag ein paar Tropfen in ein Glas Wasser. Runter mit der bitteren Flüssigkeit und Adé Halsweh. Bei Pickeln und Ausschlägen nutze ich es verdünnt als Desinfektion und auch bei Magen-Darm-Beschwerden oder den ganz unangenehmen Themen wie Warzen oder Pilzinfektionen will ich es nicht mehr missen. Natürlich handelt es sich hierbei aber um meine ganz privaten Erfahrungen – wenn ihr euch mit irgendwas unsicher seid, holt euch immer einen medizinischen Ansprechpartner an eure Seite und stellt all eure Fragen! Niemand muss sich schämen, weil er Hilfe zum Thema Gesundheit sucht.

Wer mehr zum Thema GKE wissen will, der liest am besten selbst gründlich nach um zu schauen, ob das Grapefruitkernextrakt in die eigene Waschtasche einziehen sollte, oder eben nicht. Damit ich auch bei Flügen mit Handgepäck nicht darauf verzichten muss, bestelle ich zusätzlich zur großen Flasche auch immer kleine Reisegrößen. Passt schön auf, dass ihr die Deckel nicht zu kräftig zudreht – leider habe ich mir damit nämlich schonmal einen Deckel kaputt gemacht und konnte die Flasche nicht mehr ohne Auslaufen transportieren… #selbstschuld ;)

Tipp von mir: Spart euch das Geld, die am Deutschen Markt zugelassenen „Alternativen“ mit ähnlichen Namen zu kaufen, die wirken – jedenfalls bei mir – überhaupt nicht.

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Sangre de Drago

Worauf ich im Ausland immer am wenigsten Lust habe sind Verletzungen, aber da man vorher ja nie weiß, was mal passieren kann, will ich vorbereitet sein. Wann immer ich mit Wunden zu kämpfen habe, ist Sangre De Drago bei mir in der Waschtasche am Start. Das erste Mal bestellte ich es vor 4 Jahren aus Neugier, um zu schauen, was sich Hinter dem Saft des Drachenbaumes wirklich verbirgt. Das Baumharz aus dem Amazonas ist seitdem ein fester Bewohner meines Medizinschränkchens geworden und kommt bei Wunden aller Art zum Einsatz. Es ist sowohl für die Innere, als auch Äußere Anwendung geeignet und kann deswegen auch bei Verletzungen im Mundraum ein echter Lebensretter auf Reisen sein. Allerdings warne ich euch gleich mal vor: Es ist nicht gerade lecker – tut aber hervorragend seinen Dienst.

Wann immer ich mich verletze, egal ob es sich um einen Katzenkratzer, ein aufgeschlagenes Knie oder einen Schnitt mit dem abgerutschten Messer handelt, säubere ich die Wunde so gut ich kann, desinfiziere und kippe (wirklich!) dann das Sangre de Drago direkt in, beziehungsweise auf, die Wunde. Danach lasse ich es an der Luft trocknen und ignoriere die zuweilen etwas dramatische Massaker-Optik, die das ganze mit sich bringt: Sangre de Drago ist nämlich blutfarben und lässt jede noch so kleine Wunde gleich doppelt so schlimm aussehen. ;)

Seitdem ich das Urwaldmittelchen so nutze, habe ich keine Probleme mehr mit Wundheilung, Infektionen und schlecht verheilenden Narben – dennoch bitte ich euch daran zu denken, dass ihr im Zweifelsfall und gerade wenn ihr euch unsicher seid natürlich immer auf professionelle Hilfe zurück greifen solltet! Aber wenn ihr irgendwo im Nirgendwo ungünstig auf euren Zelthering tretet, mit dem Messer abrutscht oder euch stolpernd in einem Dornenbusch wiederfindet, werdet ihr verdammt froh sein, dass ihr es dabei habt.

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Heilerdekapseln

Magenbeschwerden, Übelkeit, plötzliche Pickelplage, Blähgefühl und unangenehme Düfte? Wer, so wie ich, lieber nicht zu viele Milchprodukte essen sollte und außerdem manchmal Schwierigkeiten damit hat, sich in einem anderen Land an das neue Essen zu gewöhnen, für den habe ich einen wohl etwas unkonventionellen Tipp, der tatsächlich mein Leben verändert hat, auch wenn das immer sehr dramatisch klingt! ;) Ich googelte meine Symptome und stieß irgendwann auf den Beitrag einer jungen Frau in einem Forum, in dem sie berichtete, dass sie vor milchhaltigen Mahlzeiten immer Heilerdekapseln schlucken würde. Gelesen, probiert – schon wanderten die Kapseln im nächsten Drogeriemarkt in mein Körbchen.

Ich weiß nicht ganz genau, wie die Kapseln mit der Heilerde drin das im Detail machen, aber es funktioniert. Ich nehme an, dass die kleine Sandschicht, die im Darm mit durchgeschoben wird, nachdem die Kapsel selbst sich im Magen aufgelöst hat, dem Körper dabei hilft, die unverträglichen Stoffe in den Nahrungsmitteln einfach auszuscheiden, statt sie in den eigenen Blutkreislauf zu schleudern. Wie das nun biochemisch tatsächlich abläuft, oder ob ich hier mit meiner Vorstellung des Ganzen völlig daneben liege, das weiß ich nicht. Aber ich kann definitiv sagen: Es funktioniert und macht mein Leben besonders auf Reisen, wo man meistens nicht vorhersehen kann, was es vor Ort dann wirklich alles zu Essen geben wird, unendlich viel angenehmer!

Tipp von mir: Nehmt die Kapseln immer vor den möglicherweise unverträglichen Mahlzeiten ein, so dass ihr sozusagen eine Sandschicht aufbaut, bevor ihr das Essen in euch hineinstopft. ;) Hinterher mildern die Heilerde-Kapseln zwar die Symptome von Magenverstimmung und Co. aber vorher eingenommen wirken sie bei mir viel intensiver. Auch bei leichtem Durchfall greife ich immer erst zu den Kapseln bevor die Kohletablette in der Reihe ist, meistens reicht das bei mir schon aus.