Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Ein kleiner Disclaimer vorweg: Dieser Text ist eine Persiflage auf unsere Erlebnisse während unseres ersten Business-Class Fluges. Bitte nur bei Vorhandensein von einer ordentlichen Portion Humor weiterlesen und nicht zu Ernst nehmen. Wir danken dem spontanen Air Berlin Upgrade dafür, dass wir es erleben durften, Business Class zu fliegen. ;)

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Am Flughafen – Fragebogen, Priority & die vergessene Lounge

Für unsere Reise auf die Seychellen durften Freedi und ich zu unserer Überraschung auf dem Hinflug mit Air Berlin Business Class fliegen. Aufgeregt wie die kleinen Kinder erstürmten wir den Flughafen Tegel (naja vielleicht war es auch eher ein gemächliches Schreiten ;) und checkten ganz professionell ein. Priority. Heute sind wir wichtig.

Sogar so very important, dass wir uns erstmal ein bisschen verlaufen haben, aber alle waren ziemlich freundlich zu uns. Im Nachhinein erfuhren wir sogar von einer breit lächelnden Dame, dass wir in der Air Berlin Lounge hätten Platz nehmen können. Tja – bisschen spät, die Info. Wer von euch war schon mal da? Haben wir was verpasst? Muss man wissen, dass es so was gibt und warum sagt einem das niemand? Wir vermuten schon hier geheime Kodexe und geheime Verstrickungen.

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Statt chillig zu loungen, wie die Profis, warten wir also in unserem natürlichen Umfeld mit allen anderen Fluggästen direkt vor dem Gate. Nach etwa 20 minütigem intensiven Blickkontakt mit dem auf seinem Tablet herumzapplenden Beleger der Steckdose neben unserem Sitz, geht der erste Punkt an uns: Stecker rein – Arbeit los. Freedi ist fleißig, ich übernehme den Teil des Aufgeregt-Seins, immerhin bin ich als ziemlicher Flugneuling hier in einer absoluten Ausnahmesituation gelandet.

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Meine zweite Reise mit Freiseindesign und schon Business-Fliegerin – Freedi befürchtet bereits, hier direkt ein verwöhntes Bloggerkindchen heranzuziehen, aber ich habe nochmal Glück gehabt. Stellt euch vor, was aus mir geworden wäre, wenn wir direkt die Lounge gefunden hätten!

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Freedi beantwortet eine Flughafenumfrage kurz bevor es für uns losgeht. Ob man freundlich sei? Diesmal schon, ja – sehr. Ob alles gut funktioniert hätte, Check-In, Wartezeit etc.? Ja, auch da gäbe es diesmal nichts zu beanstanden. Die Bewertung fällt gut aus, denn tatsächlich läuft alles reibungslos. Freundlichkeit scheint Priority zu sein. ;)

Aber Freedi wird auch nicht müde immer wieder gekonnt ein Diesmal einzuschieben. Das ist ihr wichtig! Sie kennt da nämlich auch ganz andere Geschichten, die mit Tränen des Ärgers am Flughafen zu tun haben. Aber, diesmal, alles gut. Ich bin ja da.

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Ab in die Luft – Guten Morgen – Was kann ich für Sie tun?

Kaum sind wir durch den Vorhang getaucht, der uns für die nächsten 6,5 Stunden von der auf engem Platz angeordneten Masse trennen wird, verhalten wir uns ordnungsgemäß wie Kleinkinder und finden alles toll, toll, toll. Leider sind wir hier die über beide Ohren strahlende Ausnahme. Der erste schlecht gelaunte Business-Dauerflieger beschwert sich über den Service, bevor er überhaupt sitzt. Gute Stimmung scheint keine Voraussetzung zu sein, um in dieser Liga mitzuspielen. Uns ist das piepegal!

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Schlechte Laune? Ham‘ wa nich! Freedi grinst sich schonmal ein, bevor es in die Luft geht. Um wie es sich fürs Zuhausefühlen gehört, ziehen wir die Schuhe aus.

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Kaum sitzen wir, wird uns bewusst, dass man hier richtig schlafen können wird. So richtig a u s g e s t r e c k t! Ich freu‘ mich, denn einmal mehr ist es von Vorteil größentechnisch nur knapp über den anderthalb Metern angelegt zu sein, die es in Deutschland braucht, um nicht als eingeschränkt zu gelten. Ich rieche Platz. Genauer gesagt 6,5 Stunden Platz – nur für mich!

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Es gibt sogar Kopfkissen!!! Und Vio Wasser – Moment, die Marke kenn ich doch? ;)

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Sobald wir in der Luft sind, werden wir nach unseren Wünschen gefragt. Mit persönlicher Ansprache und einem echten unverkrampften Lächeln auf dem Gesicht. Ich beginne mich zu fragen, ob es angenehmer ist, wenn man als Flugbegleitung in der Business Klasse unterwegs ist, jedenfalls scheinen hier alle bessere Laune zu haben.

Als wenige Sekunden später der schlecht gelaunte Dauerflieger auf die fröhliche Frage der Flugbegleiterin nach seinem Tag mit einer Hasstirade auf das Leben, Fliegen und die Welt antwortet, bin ich mir da schon nicht mehr so sicher. Ob es der bessere Job ist, Lächeln zu müssen, wenn so jemand sich derart daneben benimmt? Ich weiß es nicht – berichtet es mir, wenn ihr da Erfahrungen habt!

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Auf meine Frage, ob sie die ZEIT da haben, reicht man mir DIE WELT. Ist ja fast das Gleiche…

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Freedis Licht funktioniert nicht richtig – Weltuntergang! Gibt’s etwa einen Dunkelflug? Ein Glück wird man hier geholfen. Und das gut gelaunt. Dass es uns gut geht ist nämlich priority hier. ;)

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Wolkig mit Aussicht auf Salat und Cola – Wir sind im Flugzeug-Food-Himmel

Das boardeigene TV Programm gibt für mich 2 Broke-Girls her. Ich mag die amerikanische Serie über Caroline, die, aus reichem Hause abgestürzt, ihr Leben in der echten Welt finden muss, und ihre zynische Freundin Max, die dem Leben gern mit jeder Menge Kritik und bissigem Humor begegnet. Zurücklehnen und los schmunzeln – eine Tätigkeit, die nicht nur hervorragend zu meiner Cola passt, sondern auch zu der Massage Funktion des Sitzes. Jap, Massagefunktion!!! Ich bin heut mal Caroline – nur ohne Absturz.

Leider ist Max schräg vor mir wieder wach und findet die nächste Beschwerde – diesmal an mich: Ist das nicht ein furchtbares Flugzeug? Und der Service hier – übel, übel. Mit aufgesetzt ernster Mine atme ich hörbar laut aus und drehe mich unter besorgten Blicken weg zum Fenster. Soll er das doch interpretieren wie er will. Er nimmt’s als Zustimmung. Komischer Mensch.

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Füchschen freut sich – so hoch über den Wolken genießt er es, im Mittelpunkt zu sitzen. Ich glaube die Flugbegleitungsdamen haben sich prompt ihn unseren quirligen Reisebegleiter verschossen. Mr. Chraming an Bord!

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Ich freue mich wie ein Kindergartenkind, dass der Flugbegleiter mir eine Kuschel-Decke überreicht und ich neben dem ganzen Essen – das übrigens sehr gut schmeckt! – auch noch ein Schläfchen halten kann. Auch Freedi und Füchschen machen es sich bequem und entschlummern sanft – wenn auch nicht lange, denn dafür ist das hier alles gerade irgendwie viel zu aufregend.

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Vorteil der Business-Class: Euer Essen kommt nicht in Plastik, sondern in richtigem Porzellen und es gibt wiederverwendbare Stoffservietten und Metallbesteck! #lesswaste

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Wann ist Business Class bei Air Berlin etwas für dich?

(Man kann nicht bei allen Air Lines richtig liegen, deswegen beziehe ich mich nur auf Air Berlin und diese einmalige Erfahrung.)

  • Wenn du während des Fluges wirklich tief schlafen willst.
  • Wenn du wirklich den ganzen Tag nach deinem Flug durcharbeiten, also funktionieren und gesund und fit sein musst.
  • Wenn du das Geld eh übrig hast. ;)
  • Wenn dir gutes Essen und freundliche Flugbegleitung auf dem Flug sehr wichtig ist.

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The Rules – Wie du in der Business Class nicht wie ein Anfänger rüberkommst ;)

Natürlich haben Freedi und ich absolut alles falsch gemacht. Wenn man das erste Mal Business Class fliegt, gibt es nämlich einiges zu beachten, wenn man nicht so auffallen will, wie wir. Damit ihr für den goldenen Tag, an dem euch das gelobte Land hinter dem Vorhang geöffnet wird, bestens vorbereitet seid, haben wir für euch so einige Tipps mitgebracht. Natürlich haben wir uns, wie es sich für eine echte Feldstudie gehört, dabei auch in der Beobachtung der anderen Fluggäste bemüht.

Die wichtigsten Regeln für einen erfolgreichen ersten Business Class Flug haben wir für euch hier mal übersichtlich zusammengestellt:

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I. Du bist besser als die anderen

Die richtige Attitüde ist enorm wichtig um korrekt von eurer neuen Herde – den Business Class Fliegern – wahrgenommen zu werden. Schaut nicht zu freundlich – zumindest nicht bis ihr wisst, wer euch da gegenüber steht. Solltet ihr versehentlich unfreundlich zu einem Flieger eurer eigenen Liga gewesen sein, entschuldigt euch im Falle eines aufkommenden Gesprächs sofort und ungefragt mit einer Hasstirade auf den euch widerfahrenden Stress.

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Wenn möglich weist darauf hin, dass euch unerträglicher Stress in mindestens 3 Lebensbereichen widerfährt. Eine gute Wahl sind hier stressende Arbeit, unangenehme Familie und nicht funktionierende Technik. Achtung, hier liegt die Gefahr für einen großen Anfängerfehler! AUF KEINEN FALL jetzt schon Stress in Bezug auf den Flug ansprechen – dieses Thema hebt ihr euch für später auf.

Business-Class-How-To-Erfahrungsbericht-Travelblogger-4Wer das noch nicht so drin hat, mit der Attitüde, der sagt es sich am Besten einfach ein paar mal im Uber-Car auf dem Hinweg zum Flughafen vor. „Du bist besser als die Anderen!“ Wenn man etwas Glück hat, bezieht der Fahrer das übrigens auf sich und ihr bekommt ein extra nettes Lächeln. Wenn nicht, dann macht das gar nichts, denn ihr könnt auf die beliebte Kommunikationsform der Beschwerde zurückgreifen.

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II. Die Beschwerde

Bei der Beschwerde handelt es sich um eine Spezialform der Kommunikation. Sie dient dazu, alle Mitarbeiter der Airline auf sich aufmerksam zu machen, um im weiteren Verlauf eine Sonderbehandlung zu erhalten.

ABER ACHTUNG: Die Beschwerde in der Business Class ist NICHT mit der Beschwerde in der Economy Class zu verwechseln – hier gestaltet sich das Verhältnis von  Beschwerde-Ersteller zu Beschwerde-Empfänger nämlich genau umgekehrt.

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Die Lilienthal Berlin Uhr zeigt auch über den Wolken an, wie spät es ist – 3,2,1 und schon sind wir da!

III. Schlafe – Du hast zu tun, wenn du ankommst!

Da du am Zielort sehr viel ungeheuer Wichtiges zu tun haben wirst, ist es von enormer Bedeutung, dass du während des Fluges schläfst. Selbstverständlich helfen die Flugbegleiter dir dabei, dich hierfür rundum wohl zu fühlen. Falls dir die Daunendecke zu weich, die Massage-Funktion des Sessels zu entspannend oder Einschlaf-Tee zu wohltemperiert sein sollte, kannst du natürlich erneut auf II. – die Beschwerde – zurückgreifen. Ganz sicher wird man sich dann bei dir von Herzen entschuldigen.

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Schlaf gut, kleine Freedi!

IV. Sauf.

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Psst – wenn ihr es falsch machen wollt, so wie wir, trinkt einfach O-Saft. Ist leicht verdaulich und macht keinen Kater. ;)

Wichtig ist hierbei, dass du nicht wartest, bis dir Alkohol angeboten wird, sondern direkt danach fragst. Trinke schnell und vornehmlich sprudelnde Getränke der Wein-Familie – alternativ ist auch harter Alkohol eine gute Wahl, natürlich nur, wenn du vorher ausgiebig betont hast, wie schlecht es dir wegen des Stresses geht.

Die beste Empfehlung ist hier, das Trinken bereits zu Anfang des Fluges durchzuführen, weil ihr dann 1.) mehr trinken könnt und 2.) noch genug Zeit bleibt um III. – den Schlaf – durchzuführen.

Sollte eure Lieblings-Champagnersorte nicht an Bord sein, reagiert mit Enttäuschung oder der Methodik der Beschwerde und macht für den Rest des Fluges ein sehr negatives Gesicht.

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V. Benutze alle elektrischen Geräte direkt nach der Landung

Unmittelbar nach Landung des Flugzeuges, aber bevor die Ansage es erlaubt, ist es sehr wichtig, dass du all deine elektrischen Geräte checkst. Achte dabei auf einen merklichen Hauch von Hektik, der dich ab dem Landeanflug umgeben sollte. Falls du keine E-Mails zu beantworten hast, überprüfe Whatsapp oder den Newsticker der Bildzeitung. Irgendetwas wird schon deine kostbare Zeit erfordern. Vergiss nicht, dass du sehr wichtig bist und keinesfalls warten kannst, bis du das Flugzeug verlassen hast.

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VI. Du hattest keinen guten Flug.

Dein Flug war schlecht. Es ist wichtig, dass du das verbalisierst und auch all denen mitteilst, die gar nicht danach gefragt haben. Wenn andere Fluggäste ihre eigene Unzufriedenheit mit dem Flug mit dir teilen, dann bist du als Teil der Herde erkannt worden. Glückwunsch! Jetzt nur nicht auffallen!

Wenn du von Natur aus ein sehr freundlicher Mensch bist, bemühe dich, wenigstens ein bisschen angesäuert auszusehen, während du schief lächelnd das Flugzeug verlässt und schon hast du es geschafft – dein erster Business Class Flug – ganz ohne aufzufallen!

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P.S. Du kannst es natürlich auch machen wie wir und wie die anderen freundlichen Menschen an Board und einfach Spaß haben – denn das hier ist natürlich nur eine kleine Satire und keine echte Anleitung. <3 ;)

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Die Schlafmaske gibts im Flugzeug – gute Nacht! :)

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Angekommen in Abu Dhabi!

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Ja, ich hab 2 Cola. Und 2 Olivenöl.

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Das Flugzeugklo sieht übrigens in der Business Class auch nicht viel spannender aus – es ist aber liebevoll dekoriert.

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Hier gibts Schlafbrille, Socken und Creme!

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Wer es in der Luft nicht ohne Internet aushält, der kann welches kaufen!

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Trockene Lippen wollen wir nicht – Freedi beugt vor!

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Wir wünschen euch einen guten Flug!