Hochzeitstage zeigen euch ganz genau wo ihr steht - und wohin ihr wollt.Genau ein Jahr ist es jetzt her, dass Tobias und ich zueinander „Ja“ gesagt haben. Wir würden es wieder tun. Nicht weil wir Bock auf eine große Party haben, oder weil wir denken, damit etwas Flüchtiges für immer binden zu können, sondern weil es wichtig ist, sich immer wieder ganz bewusst füreinander zu entscheiden. Jeder Hochzeitstag steht unter einem bestimmten Motto und nachdem man das erste Jahr gemeinsam überstanden hat, wir Papierhochzeit gefeiert:

Hauchdünn, wie Papier – jedoch liebevoll beschrieben und gestaltet.

Hinter uns liegt ein schönes Jahr, mit vielen Höhen. Natürlich mag es von außen so anmuten, als düsten wir nur von einem Abenteuer ins nächste, aber zwischendrin, da gibt es jede Menge leise Momente, Gedanken des Zweifels, Traurigkeit, schwierige Ereignisse in unseren Familien, aufkeimende Unsicherheiten und dieses doofe Nicht-Weiter-Wissen. Und doch, fühlt sich dies alles nun anders an, nach unserer Hochzeit. Die Qualität und die Intensität unserer Beziehung haben sich gewandelt. Das macht es nicht leichter. Manchmal fühlt man sich gefangen, oder hat Schiss dies irgendwann zu sein. Wie soll man als Paar seinen Weg finden, wenn doch die eigenen Beine manchmal schon ins Straucheln geraten? Dann heißt es den Mund aufmachen und reden. So schwierig es auch manchmal scheinen mag, das ist der Schlüssel und er beinhaltet harte Arbeit und eine große Portion Kompromissbereitschaft. Es geht einfach nicht mit dem Kopf durch die Wand, so sehr ich das in einigen Situationen auch versuche. Respektvoll – mit dem Ziel, gemeinsam zu schaffen, was wir uns versprochen haben, Schritt um Schritt, so schauen wir als Paar nach vorn, träumen von einer gemeinsamen Zukunft und schmieden Pläne. Das ist es worum es an und für sich bei diesem Akt des Heiratens geht.

Und genau so wie wir es vor einem Jahr damit gehalten haben, bei der Gestaltung des Tages frei Schnauze unser Ding zu machen und auf unser Bauchgefühl zu hören, so haben wir auch gestern den Tag für uns zelebriert.

Oh Gott, jetzt haben wir Hochzeitstag, das muss etwas ganz Besonderes werden!

Ich glaube wir haben es beide gedacht. Beide recherchiert und uns Dinge überlegt, die den anderen glücklich machen sollten. Aber das stresst. Es macht Wirbel, wo gar kein Staub nötig ist, der nur in den Augen reibt. Deshalb haben wir uns gemeinsam dagegen entschieden. Mir ging es in den letzten Wochen einfach nicht so gut. Ich hangele mich gerade aus einem großen Tief heraus, was viel Kraft kostet und die Geduld und Nerven meines Mannes beansprucht. Wie sollte ich wirklich in Feierstimmung geraten? Wieso also etwas an den Haaren herbei ziehen, was gar nicht nötig ist. Keine Geschenke, keine Überraschungen, einfach nur wir. Das war alles was ich mir gewünscht habe und das war es, was wir beide uns schenkten: Gemeinsame Zeit. Ganz unspektakulär und wundervoll! Und genau richtig.

Ich denke so ein nahender und auch vorbei ziehender Hochzeitstag ist ein gute Gelegenheit sich als Paar wieder neu zu finden, Seiten aneinander wieder zu entdecken, welche im Alltag manchmal gar keine Beachtung mehr finden können. Hochzeitstage sind nicht zu vergleichen mit „an dem Tag haben wir uns kennengelernt“. Hochzeitstage sind die Tage, an denen man bewusst beschlossen hat, eine ganz eigene Familie zu sein, die mutig ihren Weg finden wird, komme was wolle. Und dass das Leben mit all seinen Hindernissen und Hürden nicht zimperlich ist, dies kennen wohl die meisten von uns.

Ich jedenfalls sehe unseren ersten Hochzeitstag als Mahnung uns zu erinnern, in uns hinein zu fühlen, sich in die Augen zu blicken und Hand in Hand voran zu gehen.

Hochzeitstage zeigen euch ganz genau wo ihr steht - und wohin ihr wollt.